US-Wahl

Putin und Trump: Der Beginn einer guten Freundschaft?

Was bedeutet die Präsidentschaft von Donald Trump für die Beziehung zwischen Russland und den USA? Der Kreml begrüßt das Wahlergebnis.

„Kein leichter Weg“: Russlands Präsident Wladimir Putin über die Aussichten, das Verhältnis zwischen Washington und Moskau zu verbessern.

„Kein leichter Weg“: Russlands Präsident Wladimir Putin über die Aussichten, das Verhältnis zwischen Washington und Moskau zu verbessern.

Foto: REUTERS / GRIGORY DUKOR / REUTERS /

Moskau/Berlin.  Bombardierung von Aleppo, Kämpfe in der Ostukraine, die Stationierung von Nato-Kräften an der Ostflanke des Bündnisses: Im amerikanisch-russischen Verhältnis war in letzter Zeit häufig von einem neuen Kalten Krieg die Rede. Zwar hat der Republikaner Donald Trump im Wahlkampf immer wieder eine Charme-Offensive Richtung Moskau angekündigt und seine Sympathie für Kremlchef Wladimir Putin bekundet. Doch so richtig scheint der Realpolitiker Putin dem Frieden nicht zu trauen.

„Wir sind uns bewusst, dass es kein leichter Weg wird angesichts des Verfallszustands, in dem sich die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden“, sagte Putin am Mittwoch nach Trumps Sieg. Aber daran sei nicht Russland schuld. „Wir sind bereit, unseren Teil beizutragen, um das russisch-amerikanische Verhältnis auf eine stabile Bahn zu lenken.“

Misstrauen gegenüber USA in Russland tief verwurzelt

Während die Abgeordneten der Staatsduma Trumps Sieg mit lautem Applaus quittierten, rutschte der russische Aktienindex RTS um 1,3 Prozentpunkte ab. Er erholte sich aber angesichts des leicht steigenden Ölpreises im Laufe des Tages. „Amerika kann wieder groß werden, wenn es das Gleichgewicht der Kräfte achtet und gemeinsam mit uns für die Entwicklung einer harmonischen, multipolaren Architektur des 21. Jahrhunderts eintritt“, erklärte Leonid Sluzki, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses.

Das Misstrauen gegenüber den USA ist in Russland jedoch tief verwurzelt. Vor der Präsidentschaftswahl hatten viele heimische Medien Hillary Clinton als „russenhassende Favoritin eines pseudodemokratischen Systems“ gebrandmarkt.

Selbst nach Clintons Niederlage hing auf der Website der Zeitung „Iswestija“ ein Kommentar, der massenhafte Stimmenmanipulationen zugunsten der demokratischen Kandidatin ankündigt hatte – mit Wahlautomaten der Firma Smartmatic, hinter der der Milliardär und Clinton-Anhänger George Soros stecke. Alte Feindbilder sind eben nur schwer zu korrigieren.