Monstersturm „Sandy“

Tausende US-Bürger müssen in Zelten und Lastwagen wählen

Kein Strom, viele Gebäude zerstört - nach dem Hurrikan müssen die Wahlplaner improvisieren. Die Wahlen sollen aber in jedem Fall stattfinden.

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Sturm „Sandy“ zwingt die US-Wahlplaner zum Improvisieren. Die besonders schwer betroffenen Gebiete New Jersey, New York und Connecticut waren am Wochenende teilweise immer noch von der Stromversorgung abgeschnitten. Vor der Präsidentenwahl am 6. November müssen sich die Bürger daher darauf einzustellen, ihre Stimme in Militärlastwagen oder auch in Zelten abzugeben, wie die „New York Times“ am Sonnabend berichtete.

Die Wahlen würden in den Katastrophengebieten aber auf jeden Fall stattfinden, zitierte die Zeitung Lokalpolitiker. „Ob Hölle oder Hochwasser – wir hatten beides -, wir stimmen am Dienstag ab“, sagte etwa ein Vertreter des zuständigen Wahlvorstands in Nassau County auf Long Island. Die Hälfte der Wahllokale in diesem Bezirk war am Freitag noch ohne elektrisches Licht. Der Zeitung zufolge plant New York, Zelte zum Abstimmen aufzustellen, und in New Jersey könnten Militärlaster zu Wahllokalen umfunktioniert werden.

Ausfall der Post könnte das Eintreffen der Briefwahl-Stimmen verzögern

Auch insgesamt stehen die Wahlen unter dem Einfluss von „Sandy“. So werde der Ausfall des Postdienstes wahrscheinlich das Eintreffen von Briefwahl-Stimmen verzögern. Das Auszählen könnte daher länger dauern. Außerdem könne es passieren, dass viele Bürger aufs Wählen ganz verzichteten, weil sie schlicht andere Sorgen hätten.

Das werde aber wahrscheinlich keine Auswirkungen auf das Wahlergebnis haben, meint die Zeitung. Die am schwersten betroffenen Landstriche lägen in Staaten, in denen ohnehin mit einem Wahlsieg von Amtsinhaber Barack Obama gerechnet werde. Aber die Störungen könnten einzelne Kongresswahl-Entscheidungen und lokale Abstimmungen beeinflussen.