Die legendäre "Pizza-Connection" von Grünen- und CDU-Politikern steht mit dem Beginn der Sondierungsgespräche zwischen beiden Parteien vor einem Comeback. Nach Informationen der Berliner Morgenpost hat der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn die Koordination des Netzwerks aus den Händen von CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, der zu den Gründungsmitgliedern der "Pizza-Connection" zählt, übernommen. So soll die Tradition der zwanglosen Zusammenkünfte neu belebt werden.

Spahn bestätigte der Berliner Morgenpost Vorbereitungen für neue Treffen. Er habe hierfür bereits "erste positive Signale" von Grünen-Politikern bekommen. Noch bis zur Bundestagswahl habe es hingegen "ziemliche Mühe" gemacht, einen Termin zu vereinbaren - "und das lag nicht an uns", wie Spahn betonte. Doch ändere sich die Haltung bei den Grünen gerade wieder. Ein neuer Ort für die Zusammenkünfte der "Pizza-Connection 2.0" muss noch gefunden werden.

Prominente Teilnehmer waren damals Pofalla und Altmaier

Die "Pizza-Connection" traf sich ab Mitte der 1990er Jahre im Keller des Bonner Nobel-Italieners "Sassella" und kam so zu ihrem Namen. Prominente Teilnehmer auf CDU-Seite waren neben Gröhe auch der heutige CDU-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und der CDU-Umweltminister Peter Altmaier.

Auch nach dem Regierungsumzug nach Berlin gab es auf maßgebliches Betreiben Gröhes weitere Treffen, unter anderem im "Tucher" am Pariser Platz sowie in den Kreuzberger Restaurants "Hartmanns" und "Le Cochon Bourgeois". Mit Beginn der schwarz-gelben Koalition 2009 wurden die Treffen immer seltener, auch, weil zentrale Akteure aufseiten der Grünen wie Matthias Berninger sich aus der Politik zurückzogen.