Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat im Kampf um ihren Doktortitel eine weitere Niederlage eingesteckt. Das Verwaltungsgericht in Karlsruhe wies am Mittwoch ihre Klage gegen den Entzug des Titels ab. Eine ausführliche Begründung wird das Gericht erst in den kommenden Wochen vorlegen.

Koch-Mehrin kann nun beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim Berufung einlegen. Ihr Anwalt hatte diesen Schritt bereits am vergangenen Montag nach der Verhandlung erwogen.

In den beiden mündlichen Verhandlungen hatte die Vorsitzende Richterin mehrfach Zweifel an der Klagebegründung angedeutet: Der Verweis auf Verfahrensfehler bei der Aberkennung des Doktortitels könne wenig Aufschluss über die Qualität der Arbeit bringen.

Silvana Koch-Mehrin legte alle politischen Ämter nieder

Die Universität Heidelberg hatte der EU-Parlamentarierin im Juni 2011 den Titel aberkannt, weil ihre Doktorarbeit 125 Plagiate aufweise. Daraufhin legte Koch-Mehrin alle Ämter nieder, darunter jenes als Vizepräsidentin im Straßburger Parlament.

Silvana Koch-Mehrin ist Tochter eines Diplomaten, lebte als Kind in Marokko und im Sudan, machte in Köln Abitur und studierte in Heidelberg Volkswirtschaft und Politik. Sie ist Mutter von drei Kindern.

2002 wurde ihr der Doktor für die Dissertation „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865-1927“, eingereicht beim renommierten Heidelberger Historiker Volker Sellin, verliehen. BM/dpa