Deutschlandtrend

Zwei Drittel der Deutschen sagen, Steinbrück kann Kanzler

Der SPD-Kanzlerkandidat bringt Rot-Grün in Umfragen nach vorn, bei einer Direktwahl gegen Merkel hätte er aber keine Chance.

Foto: Michael Sohn / dapd

Wenn es nach den Umfragen geht, ist der frisch zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufene Peer Steinbrück geradezu auf dem Weg ins Kanzleramt, zumindest was seine persönliche Kompetenz angeht. Wie der ARD-Deutschlandtrend herausfand, trauen 66 Prozent der Deutschen (88 Prozent bei SPD-Anhängern) Peer Steinbrück zu, dass er „Kanzleraufgaben erfüllen kann“.

Auf einigen Kompetenzfeldern liegt Steinbrück sogar weit vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zum Beispiel bei Fragen der Sozial- und Rentenpolitik sowie wenn es um die Begrenzung der Haushaltsverschuldung und die Eindämmung der Bankenmacht geht.

In der Sonntagsfrage des aktuellen Deutschlandtrends im Auftrag von ARD-„Tagesschau“ und der Berliner Morgenpost kann die Union im Vergleich zum Vormonat um zwei Punkte zulegen und erreicht 39 Prozent. Dies ist ihr höchster Wert seit März 2008. Die SPD legt um einen Punkt zu und kommt auf 31 Prozent. Die Grünen verlieren zwei Punkte und erreichen elf Prozent. Die FDP bleibt unverändert bei vier Prozent.

Die Linke legt um einen Punkt zu auf sieben Prozent. Die Piraten verlieren gegenüber dem Vormonat zwei Punkte und kommen nur noch auf vier Prozent.

Für die Sonntagsfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap im Auftrag der ARD-„Tagesthemen“ von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1501 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt, also einige Tage nach Bekanntwerden der Kandidatur Steinbrücks.

Auch seiner Partei, der SPD, scheint die Klärung der Kandidatenfrage und die Entscheidung für Steinbrück gut zu bekommen. Auf die Frage, welche Partei, die nächste Bundesregierung führen solle, liegt die SPD mit 46 (+7) Prozent nun im Monatsvergleich deutlich vor der CDU (42 Prozent, +5). Als favorisierte Regierungskoalition hat ein Bündnis von SPD und Grünen mit einer bislang mehrheitlich bevorzugten großen Koalition gleichgezogen. 49 Prozent der Befragten sähen eine große Koalition (-1) ebenso gern wie eine von SPD und Grünen (+5).

Bei einer Direktwahl hätte Steinbrück derzeit allerdings kaum eine Chance, Bundeskanzler zu werden, auch wenn sich seine Akzeptanz in dieser Frage leicht verbessert hat, würden 49 Prozent (-1) der Befragten Angela Merkel und nur 38 Prozent (+2) Peer Steinbrück direkt als Bundeskanzler wählen wollen.