SPD-Kanzlerkandidat

Ackermann lobt Steinbrücks Pläne zur Bankenabwicklung

Peer Steinbrück bekommt Rückendeckung von unerwarteter Seite: Der Ex-Deutsche-Bank-Chef unterstützte seine Reform-Pläne des Finanzsektors.

Foto: Lennart Preiss / dapd

Der ehemalige Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat das Konzept des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zur Reform des Finanzsektors in Teilen unterstützt. Er teile Steinbrücks Meinung, „dass wir auf europäischer Ebene einen Restrukturierungsfonds benötigen, um Banken auch grenzüberschreitend abzuwickeln“, sagte Ackermann am Sonntag in der ARD-Talkshow von Günther Jauch.

Steinbrück hatte sein Konzept vergangene Woche vorgestellt. Es sieht unter anderem einen von Europas Banken selbst finanzierten Banken-Rettungsfonds mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro vor. Zudem pocht er auf eine europäische Finanztransaktionsteuer, um den Finanzsektor an den Kosten der Krise zu beteiligen. Gleichzeitig will der ehemalige Finanzminister das Privat- und Geschäftskundengeschäft vom Investmentbanking trennen – notfalls könnte dann der Investmentteil abgewickelt werden.

Kritik aus dem Wirtschaftsministerium

Im Gegensatz zu Steinbrück fordert Ackermann aber keine Trennung der Geschäfts- und Investmentbereiche von Banken, sondern Regeln für das Investmentbanking: „Man muss verbieten, dass aus dem Privatkundengeschäft Gelder ins risikoreiche Investmentbanking transferiert und dort risikoreich angelegt werden.“

Der ehemalige Deutsche Bank-Chef warnte allerdings vor Alleingängen Deutschlands bei der Regulierung des Banksystems. „Wenn Deutschland das allein einführt, führt das zu einer Benachteiligung der deutschen Banken im Weltkonzert.“

Das Wirtschaftsministerium kritisierte, Steinbrücks Banken-Papier enthalte „kaum Neues“. Das Papier zeichne „überwiegend lediglich den derzeitigen Diskussionsstand nach“, teilweise bleibe es sogar hinter dem Stand der aktuellen Regulierung zurück, hieß es in einer internen Bewertung von Experten aus dem Haus von FDP-Minister Philipp Rösler, aus dem „Die Welt“ (Montagsausgabe) zitierte.

AFP/dapd/nbo

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