Statistik 2011

In Berlin ist die Kriminalitätsrate am höchsten

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Foto: DPA

Die Zahl der Straftaten ist bundesweit wieder gestiegen. Die Aufklärungsrate sinkt. Trauriger Spitzenreiter ist Berlin.

Erstmals seit sieben Jahren ist die Kriminalität in Deutschland 2011 wieder leicht angestiegen. Nach der am Mittwoch vorgelegten „Polizeilichen Kriminalstatistik“ wurden im vergangenen Jahr 5,99 Millionen Straftaten registriert. Dies bedeutet einen Zuwachs um ein Prozent im Vergleich zu 2010. Die Aufklärungsquote sank von 56,0 auf 54,7 Prozent. Bei der Gewaltkriminalität wurde ein leichter Rückgang verzeichnet.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stellte in Berlin den aktuellen Bericht vor. Wie in den Vorjahren dominieren Diebstahldelikte mit einem Anteil von 40,1 Prozent an der Gesamtkriminalität. Dies bedeutet einen Anstieg um 4,4 Prozent.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) machte „völlig verfehlte Sparmaßnahmen bei der Polizei“ für die Entwicklung verantwortlich. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte vor allem den Wegfall der Grenzkontrollen Ende 2007 als Ursache des Anstiegs.

Die neuesten Zahlen ändern aber nichts daran, dass langfristig ein deutlicher Rückgang der Kriminalität zu verzeichnen und die Aufklärungsquote angestiegen ist: Seit 1993 sind die erfassten Straftaten um 11,3 Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote stieg von 43,8 auf jetzt 54,7 Prozent.

Auch die Straßenkriminalität ist wieder leicht um 2,2 Prozent angestiegen. Verglichen mit den 90er-Jahren ist sie aber stark rückläufig. 2011 wurden in diesem Bereich mehr als eine Million Delikte weniger registriert – ein Minus von 42 Prozent gegenüber 1993.

Berlin ist eine Hochburg der Fahrraddiebe

Besonders deutlich zugenommen haben im Jahresvergleich Wohnungseinbrüche mit einem Plus von 9,3 Prozent. Die Aufklärungsquote betrug hier lediglich 16,2 Prozent. Stark zugenommen haben auch Fahrraddiebstähle. Der Anstieg um 7,2 Prozent auf fast 330.000 Fälle ist vor allem auf einen starken Zuwachs in Berlin und Hamburg zurückzuführen. Der Diebstahl von Autos sowie Ladendiebstähle gingen dagegen leicht zurück.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist um 2,4 Prozent gestiegen. Einen extremen Zuwachs gab es demnach mit plus 110 Prozent bei der Modedroge Ecstasy.

Die Wirtschaftskriminalität ging um 22,7 Prozent zurück. Beim Tatort Internet wurden 223.000 Straftaten erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 9,9 Prozent bedeutet. Überwiegend handelt es sich laut der Statistik um Betrugsdelikte.

Die erfassten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern haben 2011 erneut zugenommen: Die Zahl stieg um 4,9 Prozent. In diesem Feld muss nach Ansicht von Experten mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden. Massiv zugenommen hat auch der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie. Hier wurde ein Plus von 23,3 Prozent registriert. Die Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet ging um 2,1 Prozent zurück.

Regional wurden große Unterschiede ermittelt. Das Bundesland mit der geringsten Kriminalität ist wieder Bayern, wo es im Vergleich die wenigsten Straftaten (4969 pro 100.000 Einwohner) gab. Dahinter folgt Baden-Württemberg. Die meisten Straftaten gab es in Berlin, gefolgt von den anderen beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Unter den Großstädten hat München die geringste Kriminalitätsrate, Frankfurt/Main die höchste.

( dpa/mim )

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