Gutachen

Gravierende Behördenpannen bei Suche nach NSU-Trio

NSU-Terror: Bei Verfassungsschutz, Polizei und Staatsanwaltschaft in Thüringen hat es zahlreiche Fehler gegeben, so Innenminister Geibert.

Auf der Suche nach Mitgliedern der rechtsextremen Terrorgruppe NSU hat es in der Vergangenheit zahlreiche Pannen bei den Thüringer Sicherheitsbehörden gegeben. Thüringens Innenminister Jörg Geibert (CDU) sagte am Dienstag in Erfurt bei der Vorstellung eines ersten Gutachtens über die Entstehung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU): „Der Bericht zeigt gravierende Fehler bei Verfassungsschutz, Polizei und Staatsanwaltschaft auf.“ Es habe unter anderem an Abstimmungen, Informationsweitergaben und Auswertungen von Erkenntnissen gemangelt. Die Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe lebten in Thüringen im Untergrund.

Der Minister sprach von „handwerklichen und strukturellen Defiziten“. Polizei, Verfassungsschutz und Justiz hätten nicht so professionell gearbeitet, wie es zu erwarten gewesen sei. Der Bericht entkräfte jedoch Spekulationen, wonach die Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe staatlich gedeckt worden seien. Sie hätten auch nicht als V-Leute gearbeitet.

Die von der Landesregierung eingesetzte Kommission unter der Leitung des ehemaligen BHG-Richters Gerhard Schäfer hatte für den Bericht zahlreiche Akten durchgesehen und etliche Zeugen befragt.

Die Neonazi-Gruppe war 1998 untergetaucht. Die Rechtsterroristen sollen deutschlandweit zehn Morde begangen haben.

( dpa/dapd/sei )

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