Internationale Umfrage

Merkel führt europäisches Politikerranking an

Nicht nur in Deutschland ist Angela Merkel beliebter als alle anderen Politiker: Auch in der EU lässt sie Cameron, Monti und Sarkozy hinter sich.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist einer Umfrage zufolge die am meisten geschätzte Führungsperson in der EU. In einer Untersuchung in den fünf bevölkerungsreichsten Mitgliedsstaaten gaben 50 Prozent der Befragten an, eine positive Meinung von der deutschen Regierungschefin zu haben. Merkel liegt damit klar vor Großbritanniens Premierminister David Cameron (44 Prozent) und Italiens Regierungschef Mario Monti (36 Prozent).

Abgeschlagen auf den Plätzen vier und fünf landen Frankreichs Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy (33 Prozent) und der neue spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy (27 Prozent).

Sarkozy ist bekannter als Merkel

Rajoy ist nach der Umfrage für die französische Gratiszeitung „20 Minutes“ allerdings deutlich unbekannter als Sarkozy. Mit seinem Namen wussten nur 63 Prozent der Befragten etwas anzufangen.

Sarkozy landete in dieser Hinsicht mit einer Bekanntheitsquote von 93 Prozent auf Platz eins – noch knapp vor Merkel, die auf 92 Prozent kam. Für die Studie hatte das französische Umfrageinstitut BVA Ende Februar eine Stichproben von 4217 Menschen in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien ausgewählt. Sie wurden online befragt.

In Deutschland ebenfalls führend

Auch bei den deutschen Bürgern steht Merkel weiterhin hoch im Kurs und schneidet bei der Bewertung nach Sympathie und Leistung klar am besten ab. Das geht aus dem ZDF-Politbarometer hervor. Auf einer Skala von +5 bis -5 erhält die CDU-Vorsitzende mit einem Durchschnittswert von 1,9 den Angaben zufolge sogar die beste Bewertung seit gut zwei Jahren.

Auf Platz zwei folgen SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück mit jeweils 1,5 Punkten. Beide werden als mögliche Kanzlerkandidaten ihrer Partei gehandelt.

Der aktuelle Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erreicht einen Wert von 1,3. FDP-Spitzenpolitiker liegen in dem Ranking weit hinten: Außenminister Guido Westerwelle kommt auf minus 1,1 Punkte, der FDP-Vorsitzende, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, sogar nur auf minus 1,2.

Koalition kommt bei Bürgern nicht gut an

Trotz des guten Abschneiden Merkels haben die Bürger mehrheitlich keinen guten Eindruck von der Regierungskoalition aus Union und FDP. Das Verhältnis der Regierungsparteien untereinander wird von 75 Prozent der Befragten als schlecht bewertet. Nur 18 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten einen positiven Eindruck, 7 Prozent haben dazu keine Meinung.

Aus Sicht diejenigen, die das regierungsinterne Klima als schlecht bezeichnen, liegt die Schuld hauptsächlich bei der FDP (59 Prozent), die in der Umfrage auch weiterhin nur auf drei Prozent Zustimmung kommt. 22 Prozent der Kritiker sehen CDU, CSU und FDP gleichermaßen verantwortlich.

Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, könnte die Union mit 36 Prozent (minus 1) Zustimmung rechnen und die SPD mit 30 Prozent (plus 1). Bei den übrigen Parteien ergibt sich laut Umfrage keine Veränderung: FDP 3 Prozent, Linke 7, Grüne 14, Piraten 6 Prozent.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte in der Zeit vom 6. bis 8. März 1246 Wahlberechtigte repräsentativ.

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