Politbarometer

FDP mit neuem Tiefstwert – Auch Wulff rutscht ab

Nur noch drei Prozent würden FDP wählen – das sind so wenige, wie noch nie im ZDF-Politbarometer. Auch die Zustimmung zum Bundespräsidenten bröckelt.

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Neues Umfragetief für die gebeutelte FDP: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden dem aktuellen ZDF-Politbarometer zufolge nur noch drei Prozent der Wähler die Liberalen wählen. Die Partei verliert damit einen weiteren Prozentpunkt und erreicht damit den schlechtesten Wert, den die FDP jemals in der Projektion des Politbarometers hatte.

CDU/CSU kämen dagegen unverändert auf 36 Prozent, die SPD mit leichten Einbußen auf 30 Prozent (minus 1).

Linke, Grüne und Piraten legen zu

Zulegen können dagegen die übrigen kleinen Parteien. Linke, Grüne und Piraten gewinnen in der Sonntagsfrage jeweils einen Prozentpunkt hinzu. Die Linke verbessert sich auf 7 Prozent (plus 1), die Grünen auf 16 Prozent (plus 1) und die Piraten auf 5 Prozent (plus 1).

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker wurde weiterhin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem unveränderten Wert von 1,7 angeführt. Auf Platz zwei kam der SPD-Politiker Peer Steinbrück mit ebenfalls unveränderten 1,5. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier belegte mit einem Wert von 1,4 (zuvor 1,3) den dritten Platz. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kam mit 1,3 (zuvor 1,2) auf den vierten Platz.

Im Mittelfeld lagen SPD-Chef Sigmar Gabriel, der sich auf 0,7 verbesserte (zuvor 0,5), Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ebenfalls mit 0,7 (zuvor 0,5) sowie CSU-Chef Horst Seehofer mit leicht schwächeren 0,5 (zuvor 0,7). Grünen-Chefin Claudia Roth belegte mit einem Wert von 0,2 Platz acht.

FDP-Chef Philipp Rösler verharrt im Negativrekord

Weiter im Negativbereich eingestuft wurden Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der sich aber auf minus 1,2 (zuvor minus 1,4) verbessern konnte, und FDP-Chef Philipp Rösler, der mit minus 1,4 auf seinem Negativrekord von vor zwei Wochen verharrte.

Auch Bundespräsident Christian Wulff verliert an Rückhalt. 50 Prozent Bürger sprechen sich für einen Rücktritt aus. 45 Prozent finden, Wulff solle im Amt bleiben. Drei Viertel der Befragten halten den Bundespräsidenten durch seine Kredit-und Medienaffäre für dauerhaft beschädigt.

In der Vorwoche hatte der ARD-„Deutschlandtrend“ ergeben, dass 46 Prozent für einen Rückzug sind, 45 Prozent dagegen. Vor zwei Wochen lag das Verhältnis beim ZDF-„Politbarometer“ noch ausgeglichen bei 44 Prozent für einen Rücktritt und 44 Prozent gegen einen Amtsverzicht.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe zeigte sich trotzdem zuversichtlich, dass Wulff das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen kann. „Ich bin überzeugt, er schafft das, er packt das beherzt an“, sagte Gröhe im ZDF-„Morgenmagazin“. Er warb dafür, Wulff fair zu behandeln. So sei der Kredit, den Wulff bei der BW-Bank aufgenommen hat, von den Kontrolleuren der Bank am Donnerstag für regelkonform erklärt worden.

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 24. bis 26. Januar 2012 1262 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

Hinweis: In einer vorherigen Version schrieb Morgenpost Online, dass die FDP beim ZDF-Politbarometer auf zwei Prozent kommt, so wie es die Nachrichtenagentur "dapd" vermeldete. Richtig ist jedoch, dass die Partei in der Umfrage auf drei Prozent kommt. Wir bitten Sie, den Fehler zu entschuldigen.