Der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther ruft seine Fraktionskollegen dazu auf, Zeitungen abzubestellen und Radio- und Fernsehsender nicht mehr einzuschalten. Er wolle damit gegen eine von ihm vermutete Medienkampagne gegen seine Partei vorgehen, berichtet die in Dresden erscheinende "Sächsiche Zeitung".

Der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Bauministerium und sächsische Landesvorsitzende schreibe in einem Rundbrief an alle FDP-Bundestagabgeordneten und eine Reihe von Parlamentskollegen der Union, es sei an der Zeit, „dass wir als Liberale das Spiel beenden, das uns die Presse deutschlandweit seit Monaten aufzwingt“.

Die FDP habe sich „ihren nachweislich erfolgreichen Vorsitzenden auf Grund einer ungehörigen Medienkampagne abtreiben lassen“, formuliere Günther in Bezug auf den Rückzug Guido Westerwelles vom Parteivorsitz: „Seither verhält sich die Presse wie ein vierjähriges Kind, das austestet, wie weit es noch gehen kann, ehe ihm einer auf die Finger klopft.“

"Linksgrüne Hysterie-Berichterstattung“

Aktuell werde der Bundespräsident von einer „Journalistenmeute wie ein räudiger Fuchs über sämtliche Titelblätter und durch alle Fernsehsendungen gehetzt“.

„Medien mit linksgrüner Hysterie-Berichterstattung“ würden „immer mehr zur 1. Gewalt im Staat“, schreibe Günther. Diese Medien „konnten uns auch einreden, dass in Deutschland keiner mehr günstige Energie aus einem Kernkraftwerk haben will“.

Der Brief, den der Bundestagsabgeordnete zur Weiterverbreitung empfehle, schließt laut „Sächsischer Zeitung“ mit einem Boykottaufruf und rate dazu, die „Pressehetze“ zu ignorieren: „Nun kann man unmoralische und unfähige Journalisten nicht einfach zum Rücktritt auffordern. Wohl aber kann man Zeitungen abbestellen, Radio- und Fernsehsender nicht mehr einschalten. Ich bin sicher, dann würde sich einiges ändern im medialen Bereich.“

epd/AFP/omi