Unternehmer

Geerkens verteidigt Privatkredit an Wulff

Der Bundespräsident bekommt Rückendeckung von Unternehmer Geerkens. Wulff habe sich im niedersächsischen Landtag "völlig korrekt" verhalten.

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Der frühere Unternehmer Egon Geerkens hat den umstrittenen Privatkredit an Bundespräsident Christian Wulff in dessen Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident verteidigt. Er habe aus seiner Freundschaft zu Wulff keine Vorteile gezogen und als Unternehmer nie öffentliche Aufträge oder staatliche Zuwendungen erhalten, sagte Geerkens der „Süddeutschen Zeitung“.

„Zu dem Zeitpunkt, als Christian Wulff den Kredit meiner Frau erhielt, war ich gar kein Unternehmer mehr“, fügte er hinzu. Bereits ein Jahr zuvor habe er alle Geschäfte wegen einer Krebserkrankung eingestellt.


Er habe Wulff während dessen Zeit als Ministerpräsident als Mitglied von Wirtschaftsdelegationen auf Auslandsreisen nach China, Japan und in die USA begleitet, sagte Geerkens. „Ich habe alle drei Reisen selbst bezahlt“, ergänzte er. Bei dem Privatkredit an Wulff habe es sich um „ein rein privates Darlehen meiner Frau für einen Freund“ gehandelt.

Geerkens nahm Wulff auch gegen den Vorwurf in Schutz, er dieser habe den Landtag in Hannover nicht präzise informiert, als er den 500.000-Euro-Kredit von Geerkens Frau Edith verschwiegen habe. „Christian Wulff hat damals völlig korrekt geantwortet“, sagte Geerkens.

In dem Fall geht es um einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro, den Wulff und seine Frau Bettina mit der Ehefrau des Osnabrücker Unternehmers Geerkens geschlossen hatten. Die Grünen im niedersächsischen Landtag hatten im Februar 2010 nach geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Unternehmer gefragt. Wulff ließ daraufhin im Landtag erklären, dass er mit Geerkens und dessen Firmen „in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen“ unterhalten habe.

Der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy forderte Wulff zu einer Entschuldigung auf. „Ganz offensichtlich hat der heutige Bundespräsident in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident einen massiven Fehler begangen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Es sei „für einen Politiker mehr als anrüchig, von einem Unternehmerehepaar einen Privatkredit zu bekommen, dessen Konditionen zudem noch günstiger waren als die üblichen Bankzinsen“. „Diesen Fehler sollte Herr Wulff einräumen und sich dafür entschuldigen“, sagte Edathy.