Altersbezüge

Renten steigen 2012 um bis zu 3,2 Prozent

Die 20 Millionen in Deutschland lebenden Rentner können sich auf eine deutliche Rentenanhebung freuen. Zum 1. Juli 2012 könnten die Altersbezüge nach ersten Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund um 2,3 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten steigen.

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Den etwa 20 Millionen Rentnern steht im kommenden Jahr eine kräftige Rentenanhebung ins Haus. Gleichzeitig sollen die Beitragszahler in Milliardenhöhe entlastet werden. Zum 1. Juli 2012 könnten die Altersbezüge nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund um 2,3 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten steigen, teilte der Präsident der Behörde, Herbert Rische, am Donnerstag in Würzburg mit. Das wäre im Westen das zweitgrößte Rentenplus seit 1994. Profitieren könnte auch die Binnenkonjunktur: Insgesamt könnten Rentner und Arbeitnehmer 2012 etwa vier Milliarden Euro mehr ausgeben. Allerdings dürfte die Inflation einen Großteil der Rentenerhöhung auffressen.

Grund für die positive Entwicklung bei den Altersbezügen ist die gute Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung. Diese spült zudem soviel Geld in die Rentenkassen, dass 2012 und 2013 der Beitragssatz deutlich gesenkt werden kann.

Die Prognosen beruhen auf neuen Berechungen des Schätzerkreises, in dem auch das Arbeitsministerium vertreten ist. Demnach wäre 2012 eine Beitragssenkung auf 19,6 von 19,9 Prozent möglich, weil die Rücklagen dann das Eineinhalbfache einer Monatsausgabe von gut 25 Milliarden Euro übersteigen. Für den Fall ist eine Beitragssenkung vorgesehen.

Diese müsste nun aber von der Bundesregierung auf den Weg gebracht werden, damit sie rechtzeitig zum Jahresanfang in Kraft träte. Arbeitnehmer und Arbeitgeber würden dadurch nach Risches Angaben um jeweils 1,4 Milliarden Euro entlastet. Der Bund spare 700 Millionen Euro beim Rentenzuschuss. Im Jahr 2013 sei eine weitere Absenkung auf dann 19,2 Prozent möglich.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte bereits im Vorfeld gefordert, auf eine Beitragssenkung zu verzichten. Das Geld solle stattdessen für eine bessere Erwerbsminderungsrente und die Aussetzung der Rente mit 67 verwendet werden.

Die Renten werden immer erst zur Jahresmitte erhöht. Festgelegt wird die Anhebung im Frühjahr von der Regierung, wenn die endgültigen Daten zur Lohnentwicklung vorliegen. Bis auf2009, als die Renten im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent stiegen, haben die Rentner magere Jahre hinter sich. In diesem Jahr waren die Renten im Westen wie im Osten um ein Prozent gestiegen, nach einer Nullrunde 2010.

Durch die für 2012 in Aussicht gestellte deutliche Anhebung würden in der zweiten Jahreshälfte gut zwei Milliarden Euro mehr an die Rentner ausgezahlt. Bei einer Preissteigerungsrate von derzeit über zwei Prozent würde die zusätzliche Kaufkraft aber größtenteils von der Inflation aufgezehrt. „Dann bleibt nicht allzu viel übrig, aber durchaus noch etwas“, sagte Rische.