Mecklenburg-Vorpommern wird weiter von dem Sozialdemokraten Erwin Sellering geführt. Der Landtag in Schwerin wählte den 62-Jährigen am Dienstag erneut zum Ministerpräsidenten. Der gebürtige Westfale hatte die SPD im September zu einem klaren Wahlsieg geführt und am Montag die seit 2006 regierende Koalition mit der CDU erneuert. Sellering erhielt bei der Wahl 42 Ja-Stimmen. Das waren zwei weniger als die Zahl der anwesenden Abgeordneten des Regierungsbündnisses.

SPD und CDU stellen zusammen 45 der 71 Parlamentarier im Landtag, ein CDU-Abgeordneter fehlte bei der Abstimmung. 69 der abgegeben 70 Stimmen waren gültig. Der Gegenkandidat der NPD, Udo Pastörs, erhielt mit sechs Stimmen eine mehr als die NPD Abgeordnete hat.

Sellering äußerte sich unmittelbar nach seiner Wiederwahl zufrieden mit dem Ergebnis, zeigte sich aber betroffen von der zusätzlichen Stimme für die NPD: „Die kann ich mir wirklich nur so erklären, dass sich einer der Abgeordneten einfach vertan hat“, sagte er.

Sellering legte den Amtseid auf das Grundgesetz und die Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern ab und schloss mit der Formel: „So wahr mir Gott helfe.“ Er tritt seine erste volle Amtszeit über fünf Jahre an. 2008 hatte er – Mitten in der Legislaturperiode – den langjährigen Ministerpräsidenten Harald Ringstorff (SPD) abgelöst, der das Amt aus Altersgründen abgab.

Im neuen Kabinett wird die SPD fünf, die CDU drei Minister stellen. Nach ihrer deutlichen Wahlschlappe bei der Landtagswahl musste die Union das Bildungsressort an die SPD abtreten. Neuer Bildungsminister soll der Rostocker SPD-Abgeordnete Mathias Brodkorb werden. Neu ins Kabinett rückt auch der langjährige CDU-Parlamentarier Harry Glawe als Wirtschaftsminister.

dpa/AFP/nbo