Deutsche-Bank-Chef

Ackermann handelt griechischen Schuldenschnitt aus

Als Vertreter der Finanzwirtschaft soll Josef Ackermann über die Details einer möglichen Griechenland-Pleite verhandeln. Ziel sei ein Erlass von 50 Prozent der griechischen Schulden.

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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhandelt laut „Bild“-Zeitung über einen Schuldenschnitt für Griechenland. Damit setze die Bundesregierung auf das Verhandlungsgeschick des Bankers, heißt es unter Berufung auf Finanzkreise.

Ackermann ist als Vorsitzender des internationalen Bankenverbandes IIF an den Gesprächen über einen teilweisen Verzicht der Griechenland-Gläubiger auf ihre Forderungen beteiligt.

Ziel sei ein Erlass von 50 Prozent der griechischen Schulden, den die Banken freiwillig akzeptieren sollten. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die privaten Gläubiger Griechenlands hatten bereits im Juli einem Verzicht auf durchschnittlich 21 Prozent ihrer Forderungen auf freiwilliger Basis zugestimmt.

"Schuldenkrise nicht durch noch höhere Schulden lösen"

Wie Außenminister Guido Westerwelle hat sich Ackermann gegen eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms ausgesprochen. „Man kann eine Schuldenkrise nicht dadurch lösen, dass man noch höhere Schulden macht“, sagte Westerwelle der „Bild am Sonntag“. Um eine erneute Krise zu vermeiden, müsse sich Europa zu einer Stabilitätsunion entwickeln.

Notwendig seien harte Sanktionen gegen Staaten, die dauerhaft unsolide haushalten. Zudem müsse die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Staaten gestärkt werden. Ackermann sagte dem Blatt:

„Rettungsschirme mögen aus Sicht von Investoren ganz richtig sein, aber damit ist das Problem an sich nicht gelöst. Wir können uns Rettungsschirme in dieser Größenordnung gar nicht erlauben. Das werden die Gerichte, aber auch die Bevölkerungen an sich nicht zulassen.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach sich am Wochenende für eine grundlegende Neuordnung der Branche aus. Er forderte eine Trennung von Investmentbanking und Geschäftsbanken. Die Banken müssten wieder „zu Dienern der Realwirtschaft“ werden, sagte Gabriel dem „Spiegel“.