Panzer im Fokus

Leopard II - Warum Militärs verrückt nach ihm sind

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Er ist ein echter Export-Schlager: Der "Leo 2" hat 1500 PS, eine einzigartige Panzerung und kann mit Wärmebildtechnik bei jeder Witterung zu jeder Zeit erfolgreich Ziele bekämpfen. Selbst die Russen konnten da nicht mithalten.

Die deutschen Leopard-Panzer, nach denen die Saudis schielen sollen, sind wegen ihres hohen technischen Standes von den Militärs vieler Länder sehr begehrt. Sie werden als Kampfpanzer „ersten Ranges“ angesehen. Die Bundeswehr verfügt nach eigenen Angaben über 350 Panzer vom Typ Leopard 2 A6.

Der Panzer wurde seit 1979 beim Heer eingeführt und immer wieder in seinem Kampfwert gesteigert. Er löste den Leopard 1 ab, der Anfang der 1960er Jahre nach dem Stand der damaligen Technologie entwickelt wurde. Seither „vermehrte“ sich die „Leo-Familie“ in ihrer Ausstattung und Kampfkraft stets um eine Stufe weiter.

Das saudische Königshaus hat nach Darstellung von Experten die neueste Version des Leopard im Visier, den Leopard 2 A7+. Die Bundeswehr besitzt davon kein Exemplar. Der Hersteller der Leoparden, die Münchner Firma Krauss-Maffei Wegmann (KMW), bezeichnet den Typ 2 A7+ als den „Kampfpanzer des 21. Jahrhunderts“. Mit ihm hätten Streitkräfte „das bestmögliche Mittel, asymmetrische Bedrohungen durch Terroristen und Sprengsätze auf den Straßen zu bekämpfen“. Die Saudis haben bisher vor allem Kampfpanzer aus US-Produktion.

Leo war allen Sowjetpanzern überlegen

Nur die Rücklichter und den Namen hat der Leo 2 A6 mit dem Leo 1 gemeinsam, meinte ein Experte, als er die Weiterentwicklung betrachtete. Die stattliche Reihe der 4500 produzierten Leopard-1-Panzer hatte mit ihrem langen Erfahrungsschatz von über 12 Produktionsjahren bei der Entwicklung des Leopard 2 Pate gestanden.

Der Leo 2 sollte bei einem möglichen Angriff des Warschauer Paktes der zahlenmäßigen Überlegenheit der feindlichen Panzerverbände Paroli bieten können. Nach Ansicht von Offizieren waren die deutschen Leopard -Panzer im Kalten Krieg allen Panzertypen der Sowjets überlegen.

Die Hauptwaffe des mit vier Soldaten besetzten Leopard 2 ist eine 120 Millimeter-Glattrohrkanone. Mit ihr lassen sich während der Fahrt Ziele in einer Entfernung bis zu 2500 Meter bekämpfen. Dank eines Motors mit einer Leistung von 1500 PS erreicht der bis zu 63 Tonnen schwere Panzer eine Höchstgeschwindigkeit von gut 70 Stundenkilometer. Der Leo kann sich komplett um die eigene Achse drehen. Er kann sogar Tiefwaten, Gewässer bis zu 2,25 Meter Tiefe, durchqueren.

Der Leo 2 ist mit tonnenschweren Stahlplatten am Unterboden vor Panzerminen und Sprengfallen geschützt. Um auf die neuen Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zu reagieren, wird der Leo 2 auf das Modell A7+ mit einem wirksamen Rundumschutz, einer Sekundärbewaffnung (Maschinengewehr oder Granatwerfer), Möglichkeiten zur Nahfeldbeobachtung sowie einer verbesserten Aufklärungsfähigkeit aufgerüstet.

Schon der erste Schuss „sitzt“

Der Leo-2-Panzer kann aufgrund seiner Wärmebildtechnik und einer computergesteuerten Feuerleitanlage auch beim Fahren und bei jedem schlechten Wetter sowie in der Nacht Ziele erfolgreich schon mit dem ersten Schuss bekämpfen. Der Stückpreis für den Leo soll bei über drei Millionen Euro liegen. Zahlreiche Länder haben Leopard -Panzer gekauft, darunter die Niederlande, Belgien, Italien, Dänemark, Norwegen, Kanada, Chile, die Schweiz, Singapur und Österreich.Insgeamt wurden von KMW mehr als 3000 Panzer an 16 Nationen geliefert.

Saudi-Arabien hatte schon einmal vor 22 Jahren ein Auge auf die Leoparden geworfen. Auch kamen immer wieder „Fühler für einen Ankauf“ vom saudischen Königshaus. Die Bundesregierung hatte diese Bitte immer unter Verweis auf eine mögliche Gefährdung Israels abgelehnt.

Anfang der 1990er Jahre gab es einen politischen Skandal, als Deutschland ABC-Spürpanzer vom Typ Fuchs an Saudi-Arabien lieferte. Der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber hatte den Deal eingefädelt und dafür Schmiergeld von fast vier Millionen Mark an den damaligen CSU-Verteidigungsstaatssekretär Holger Pfahls gezahlt.

( dapd/toto )

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