Ohrfeigenskandal

Erzbischöfe empfehlen Walter Mixa Amtspause

Der mit Missbrauchs- und Veruntreuungsvorwürfen belastete Bischof Mixa gerät auch in der Kirche in Bedrängnis. Sowohl der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, als auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx haben ihm zu einer "geistlichen Auszeit" geraten.

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Münchner Erzbischof Reinhard Marx haben dem Augsburger Bischof Walter Mixa eine Ruhepause nahegelegt. Wie Zollitsch sagte, haben er und Marx in den vergangenen Tagen mehrere Male mit Mixa gesprochen.

Dabei hätten sie "mit ihm überlegt, wie er in der derzeit schwierigen Situation im Bistum Augsburg zur Beruhigung beitragen und ob eine Zeit der geistlichen Einkehr und der räumlichen Distanz hilfreich sein könnten, um eine Atmosphäre größerer Sachlichkeit bei den notwendigen und auch von ihm gewünschten Klärungen zu bewirken".

Die Pressesprecherin des Bistums Augsburg, Kathi Marie Ulrich, sprach in einer ersten Reaktion von einer "Meinungsäußerung", zu der es von ihrem Haus keinen weiteren Kommentar gebe.

Unterdessen forderten der Diözesanrat und die Vorsitzenden der Katholiken- und Dekanatsräte im Erzbistum Köln den Augsburger Bischof auf, die Leitung seiner Diözese niederzulegen, bis die gegen ihn erhobenen Vorwürfe geklärt sind.

"Damit soll weiterer Schaden von der Kirche abgewendet werden", heißt es in einer am Mittwoch in Köln veröffentlichten Erklärung des Diözesanrats. Nur mit seinem solchen Schritt könnten Zeichen gesetzt werden, "um zumindest zum Teil die Glaubwürdigkeit der Kirche wieder herzustellen".

Der Augsburger Bischof sieht sich seit gut zwei Wochen in der Öffentlichkeit verschiedenen Vorwürfen ausgesetzt. In seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen soll er zwischen 1975 und 1996 mehrere Heimkinder geschlagen und finanzielle Mittel der Heimstiftung satzungswidrig verwendet haben.

In der Kritik steht Mixa außerdem, weil er zunächst jegliche körperliche Gewalt gegen Kinder abstritt, nach zwei Wochen aber einräumte, möglicherweise die eine oder andere Ohrfeige verteilt zu haben.

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