Sachsen

Schriftsteller Rathenow ist neuer Stasi-Beauftragter

Lutz Rathenow, der Kandidat der Koalition, wurde mit knapper Mehrheit zum neuen Landesbeauftragten in Sachsen gewählt. Viele Verbände hätten seine Konkurrentin vorgezogen.

Der Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler Lutz Rathenow ist neuer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen in Sachsen. Der Landtag wählte den 58-Jährigen mit knapper Mehrheit. Mit 67 von 125 Stimmen folgte das sächsische Parlament mit der exakt nötigen Stimmenzahl dem Vorschlag von Justizminister Jürgen Martens (FDP). Die CDU/FDP-Koalition verfügt über 72 Stimmen.

Rathenow, der von mehreren Opferverbänden für das Amt abgelehnt wird, erhielt 51 Gegenstimmen. Sieben Abgeordnete enthielten sich. Aufarbeitungsinitiativen und Opferverbände hatten für die Neubesetzung die frühere Bürgerrechtlerin Freya Klier favorisiert.

Rathenow wurde 1952 in Jena geboren. Ein Studium als Lehrer für Deutsch und Geschichte in seiner Heimatstadt musste er aus politischen Gründen kurz vor dem Examen abbrechen. 1977 zog er nach Ost-Berlin. Nach der Veröffentlichung seines Buches „Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet“ 1980 in der Bundesrepublik kam er vorübergehend in Stasi-Untersuchungshaft. Später engagierte er sich mit Bärbel Bohley und Gerd Poppe in der „Initiative Frieden und Menschenrechte“.

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