Korea-Konflikt

Nordkorea fordert Ausländer in Südkorea zur Abreise auf

Rund 5000 Deutsche leben in Südkorea. Der kommunistische Norden spielt im Konflikt mit den USA weiter mit der Kriegsangst der Menschen - und droht nun Ausländern in Südkorea.

Foto: Yna / dpa

Nordkorea arbeitet weiter an der Drohkulisse eines Atomkriegs. Das kommunistische Regime riet jetzt allen in Südkorea lebenden Ausländern, das Land zu verlassen. „Wir wollen, dass den Ausländern in Südkorea im Falle eines Kriegs nichts passiert“, hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Asien-Pazifik-Friedenskomitees in Pjöngjang. Alle ausländischen Organisationen, Unternehmen und Touristen sollten sich über Schutzräume informieren und im Voraus Pläne zur Abreise zurechtlegen, wurde ein Sprecher des Komitees von den Staatsmedien zitiert.

Die deutsche Botschaft in Seoul schätzt, dass sich derzeit ungefähr 5000 Bundesbürger in Südkorea aufhalten. Weiterhin geöffnet ist auch die deutsche Botschaft in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang, wo acht aus Berlin entsandte Diplomaten arbeiten. Die nordkoreanische Führung hatte vergangene Woche empfohlen, die Botschaft zu räumen.

Am Dienstag stellte Nordkorea zudem die Produktion in der Sonderwirtschaftszone Kaesong ein. Die rund 53.000 nordkoreanischen Arbeiter erschienen nicht zur Arbeit, wie das Vereinigungsministerium in Seoul sowie südkoreanische Firmenvertreter mitteilten. Der 2004 eröffnete Industriepark, in dem 123 südkoreanische Unternehmen produzieren, war das letzte große Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder, es galt einst als Symbol der Annäherung.

Norkorea droht erneut mit „gnadenlosem Vergeltungskrieg“

Nordkorea unterstellte den USA und Südkorea erneut, einen Atomkrieg vorzubereiten. Sollte ein Konflikt auf der koreanischen Halbinsel ausbrechen, werde Nordkorea einen „gnadenlosen Vergeltungskrieg“ führen. Die Ankündigung kam wenige Tage nach der Empfehlung Nordkoreas an ausländische Botschaften in Pjöngjang, die Botschaftsgebäude zu räumen. Trotz der Warnungen vor möglichen Gefahren waren die Diplomaten in Pjöngjang geblieben.

Das japanische Verteidigungsministerium bringt wegen der Bedrohung Raketenabwehrvorrichtungen in der Hauptstadt Tokio in Stellung. Eine PAC-3-Abschusseinheit wurde auf dem Gelände des Ministeriums im Stadtteil Ichigaya aufgestellt, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Südkorea vermutet, dass Nordkorea noch in dieser Woche eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern von einer mobilen Startrampe von der Ostküste starten wird.

Seit dem dritten Atomtest durch Nordkorea im Februar haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel deutlich verschärft. Nordkorea hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen gegen das Land und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt.

Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Nordkorea, die nicht unbedingt notwendig sein, ab.