Manöver

USA schicken weitere Kampfjets nach Südkorea

Inmitten der angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel haben die USA Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor zu ihren Verbündeten entsandt. Die Jets können vom Radar nicht erfasst werden.

Foto: HANDOUT / REUTERS

Inmitten der wachsenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben die USA nach eigenen Angaben weitere hochmoderne Kampfjets von ihrem Stützpunkt Kadena in Japan nach Südkorea entsandt.

Zwei über Tarnkappeneigenschaften verfügende Jets des Typs F-22 Raptor seien am Sonntag in Südkorea eingetroffen, um an dem gemeinsamen Manöver „Foal Eagle“ teilzunehmen, sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte am Montag. Im Zuge des Manövers hatten sie USA bereits in der vergangenen Woche zwei Tarnkappenbomber sowie zwei atomwaffenfähige B-52-Bomber nach Südkorea entsandt.

Die Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor, die vom Radar nicht erfasst werden können, seien auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan stationiert worden, teilte das US-Militär mit. Nordkorea werde mit seinen Drohungen und Provokationen nichts erreichen. Das Land werde sich nur weiter isolieren und die internationalen Bemühungen um Stabilität und Frieden in der Region untergraben, erklärte das US-Militär.

Jets dürften für Irritationen sorgen

Obwohl es nicht das erste Mal ist, dass die USA bei der jährlichen Militärübung mit Südkorea Raptor-Kampfjets einsetzen, dürften sie in Pjöngjang für weitere Irritationen sorgen. Die Spannungen in der Region nahmen deutlich zu, seit der UN-Sicherheitsrat als Reaktion auf einen Raketentest im Dezember und einen unterirdischen Atomtest im Februar die Sanktionen gegen Pjöngjang weiter verschärft hat.

Daraufhin kündigte Nordkorea vor rund drei Wochen den Nichtangriffspakt mit dem Süden. Inzwischen vergeht kaum ein Tag ohne weitere Drohungen. Am Samstag verkündete Pjöngjang den Kriegszustand mit seinem Nachbarn. Einen Tag zuvor hatte Machthaber Kim Jong-un Raketen für Angriffe auf US-Ziele in Bereitschaft versetzt.

Ihrerseits sagten die USA zu, Südkorea auch bei kleinen Provokationen zur Seite zu stehen. International wächst die Sorge, die Spirale der gegenseitigen Drohungen könnte außer Kontrolle geraten.

Nordkoreanisches Parlament tagt

Am Montag sollte das nordkoreanische Parlament zu seiner Jahresvollversammlung zusammenkommen. Normalerweise werden von den Abgeordneten keine wegweisenden Entscheidungen erwartet, doch dürfte die eintägige Sitzung dieses Mal unter genauer Beobachtung stehen.

Bereits am Sonntag hatte das Zentralkomitee der kommunistischen Arbeiterpartei unter Führung Kims beschlossen, das Arsenal an Atomwaffen weiter auszubauen. Deren Besitz soll nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA „gesetzlich festgelegt werden“. Gleichzeitig beschloss das ZK, die marode Wirtschaft anzukurbeln und den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern.

Nord- und Südkorea sind seit Ende des von 1950 bis 1953 dauernden Koreakrieges faktisch im Kriegszustand. Die beiden Länder schlossen zwar einen Waffenstillstand, sie unterzeichneten aber keinen Friedensvertrag.