US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron haben bei einem glamourösen Staatsbankett in Washington ihre enge Verbundenheit betont. Obama habe „die moralische Autorität der gesamten freien Welt“ wiederhergestellt, lobte Cameron den US-Präsidenten während seines Besuchs in der US-Hauptstadt. Obama verkörpere für ihn „Stärke, moralische Autorität und Weisheit“, fuhr Cameron fort. Es sei ihm „eine Ehre“, Obama einen „Verbündeten, Partner und Freund“ zu nennen.
Obama erklärte, Cameron sei „die Art von Partner, die man an seiner Seite haben will“. „Ich vertraue ihm. Er sagt, was er tut, und tut, was er sagt“, erklärte der US-Präsident, bei dem Dinner, an dem auch die Ehefrauen der beiden Politiker, Michelle Obama und Samantha Cameron teilnahmen. Die Äußerungen hatten angesichts der im November anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA einen klaren politischen Kontext.
"Wir werden die Mission erfüllen"
Zuvor hatten Obama und Cameron mitgeteilt, dass sie trotz des Amoklaufs eines US-Soldaten in Afghanistan an ihren Abzugsplänen festhalten wollten. „Wir werden die Mission erfüllen und wir werden das in einer verantwortungsvollen Weise tun“, sagte Obama im Weißen Haus.
Bei dem Massaker am Wochenende in Südafghanistan waren nach afghanischen Angaben 16 Menschen, darunter 9 Kinder, getötet worden. Danach hatte es Berichte gegeben, dass die USA beim Abzug ihrer Truppen das Tempo erhöhen wollten. Das Weiße Haus dementierte die Meldungen.
Präsident Obama sagte, er sehe derzeit keinen Anlass für eine Änderung oder Ergänzung des Vorhabens, den Nato-Kampfeinsatz bis 2014 zu beenden und die Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte zu übergeben. Auch Cameron verdeutlichte, „die Mission nicht aufzugeben“.
Die beiden Politiker zeigten sich einig in dem Ziel, den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. „Wir glauben, es gibt immer noch Zeit und Raum, um eine diplomatische Lösung zu erreichen“, betonte Obama. Aber das Zeitfenster dafür werde immer kleiner.
Zu den wichtigen Themen zählte auch die Lage in Syrien. Obama und Cameron machten klar, anders als vor einem Jahr in Libyen relativ wenig Möglichkeiten zu haben, sich in den Konflikt einzuschalten. „Es ist eine extrem komplizierte Situation“, sagte Obama. Es gebe kein klares internationales Mandat für eine Intervention und keinen Plan, der innerhalb geringer Zeit ein gutes Ergebnis bringe. Derzeit stehe vor allem humanitäre Hilfe für die Opfer des Regimes von Syriens Präsident Baschar al-Assad im Mittelpunkt.
AFP/dpa/smb



