Falkland-Inseln

Cameron giftet mit "Kolonialismus" gegen Argentinien

Harter Wortwechsel zwischen London und Buenos Aires: Argentinien erhebt Anspruch auf die Falkland-Inseln, Cameron spricht von "Kolonialismus".

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Im wieder aufgeflammten Streit zwischen Großbritannien und Argentinien über die Falkland-Inseln im Südatlantik hat der britische Premierminister David Cameron den Ton verschärft. Cameron warf Argentinien am Mittwoch in London „Kolonialismus“ vor, was der argentinische Außenminister Héctor Timerman umgehend und energisch zurückwies.

Argentinien hatte kurz vor Weihnachten zusammen mit den drei Mercosur-Partnerländern Brasilien, Uruguay, Paraguay seine Häfen für Schiffe mit der Flagge der Falkland-Inseln gesperrt. Buenos Aires pocht immer wieder auf Gespräche über die Zukunft der Malvinas, wie die Inseln auf Spanisch heißen. Die Falklands sind britisches Überseegebiet.

Cameron betonte, er wolle eine „starke Botschaft“ in Richtung Argentinien aussenden. „Was die Argentinier vor kurzem gesagt haben ist, wie ich sagen würde, weit mehr als Kolonialismus, weil diese Leute britisch bleiben wollen, und die Argentinier wollen, dass sie etwas anderes tun“, sagte er im Unterhaus mit Blick auf die Falkländer.

Am Dienstag hatte sich das britische Sicherheitskabinett mit dem Thema beschäftigt. Er habe die Sitzung anberaumt, um „sicherzustellen, dass unsere Verteidigung und alles andere in Ordnung ist“, sagte Cameron.

Der in El Salvador weilende argentinische Außenminister Timerman reagierte mit scharfen Worten: „Es fällt schon auf, dass Großbritannien von Kolonialismus spricht, während das Land doch ein Synonym für Kolonialismus ist“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Télam. Argentinien sei vielmehr Opfer einer „kolonialen Situation“.

Vor 30 Jahren hatte Großbritannien unter Premierministerin Margaret Thatcher Krieg gegen Argentinien um die Inselgruppe im Südatlantik geführt. Argentinien hatte die Malvinas für sich in Anspruch genommen. Auf britischer Seite waren mehr als 250, auf argentinischer Seite knapp 650 Soldaten ums Leben gekommen.

Die Briten kontrollieren die Falkland-Inseln seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie galten lange Zeit als wirtschaftlich bedeutungslos. Inzwischen bohren dort aber britische Unternehmen nach Öl. Argentinien sieht das als Verletzung internationalen Rechts an.