Nato-Schutzschild

Ramstein soll Europa vor Raketen schützen

Die Nato-Staaten wollen eine Bedrohung durch Raketen aus dem Iran mit einem Schutzschild abwehen. Bis 2020 soll er aufgebaut werden. Die Kommandozentrale kommt nach Deutschland - ins pfälzische Ramstein.

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Die Kommandozentrale für den geplanten Nato-Raketenschild wird auf der US-Airbase im pfälzischen Ramstein angesiedelt. Das bestätigte ein Sprecher des Hauptquartiers der Alliierten Luftstreitkräfte in Ramstein am Donnerstag. Der Schild soll schrittweise bis 2020 aufgebaut werden und vor allem eine aufkommenden Bedrohung durch Raketen aus dem Iran abwehren.

Im Zuge der Neuordnung der Nato-Kommandostruktur werde das bislang auf die zwei Standorte Ramstein (Nord) und Izmir (Süd) aufgeteilte Hauptquartier der Nato-Luftstreitkräfte komplett in Deutschland konzentriert, sagte der Oberstleutnant. Dazu gehöre auch die derzeit im Aufbau befindliche Fähigkeit zur Raketenabwehr. Das Hauptquartier in Ramstein wird im Zuge dieser Neuordnung in den nächsten zwei Jahren von bislang 400 auf dann 500 Dienstposten erweitert, fügte der Sprecher hinzu.

Verteidigungsminister begrüßt Stationierungsentscheidung

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) begrüßt die Entscheidung zum Aufbau der Kommandozentrale in Ramstein. Deutschland könne sich vorstellen, seine Patriot-Raketen als Teil dieses Abwehrsystems zur Verfügung zu stellen, sagte de Maizière in Brüssel am Rande eines Treffens mit seinen Nato-Amtskollegen. Derzeit verfügt die Bundeswehr über 24 Patriot-Raketen.

Der Verteidigungsminister versicherte ausdrücklich, dass der Raketenschild sich nicht gegen Russland richte. „Es geht um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere des Irans“, sagte de Maizière. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang die Einladung der Nato an Russland, bei dem Abwehrsystem mitzuwirken – „in einer noch zu bestimmenden Weise“. Darüber soll unter anderem bei der anstehenden Sicherheitskonferenz in München geredet werden.

Keine Entscheidung zur Technik in Uedem

Unklar ist noch, was mit den ersten technischen Einrichtungen für den Raketenschild geschieht, die vor einem Jahr im nordrhein-westfälischen Uedem eingerichtet worden waren. Ob diese ebenfalls nach Ramstein verlagert werden, sei noch nicht entschieden, sagte der Nato-Sprecher.

Bei dem Raketenschild geht es nicht um den Aufbau komplett neuer Strukturen, sondern primär um die Zusammenlegung bisheriger Abwehrfähigkeiten der einzelnen Nato-Mitgliedsstaaten. Vorgesehen ist ein neues Führungs- und Informationssystem, das ein Nato-einheitliches Lagebild erstellt und im Bedrohungsfall auf die Fähigkeiten der einzelnen Ländern zugreifen kann.