Davos

Die nackten Ukrainerinnen schlagen wieder zu

Kiew, Moskau, Riad, Teheran – jetzt erobern weibliche Nacktprotestler auch die Schweizer Berge und protestieren in Davos gegen das Weltwirtschaftsforum.

Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sind am Samstag drei barbusige Demonstrantinnen aus der Ukraine festgenommen worden. Die Mitglieder der Frauen-Gruppe Femen hatten versucht, ein Treffen internationaler Firmenchefs und Politiker zu stören.

Sie trafen am Samstag am Eingang des Kongresszentrums im Schweizer Wintersportort ein, wo das Weltwirtschaftsforum stattfindet und zogen ihre Oberteile aus. Anschließend kletterten sie über einen Zaun, ehe sie festgenommen wurden. Die Aktivistinnen wollten mit ihrer Protestaktion auf Bedürftige in der Welt aufmerksam machen.

Mit Protestschildern ("Poor because of you", "Arm wegen Euch") wollten sie auf den angeblichen Zusammenhang von Armut in der sogenannten Dritten Welt und der Versammlung von Wirtschaftsführern in Davos aufmerksam machen.

Die Gruppe Femen hatte zuletzt in Kiew in der Residenz des indischen Botschafters gegen angeblich diskriminierende Visa-Bestimmungen ebenfalls mit dem Vorzeigen nackter Haut protestiert. Die empörten Feministinnen waren auf den Balkon des indischen Botschafters geklettert, hatten wie immer ihre Brüste entblößt und breiteten ein Spruchband aus „Wir sind keine Prostituierte“.

Sie riefen „Ukraine ist kein Puff“, „Wir fordern Entschuldigungen“ und „Delhi, schließ deine Puffs“. Mit der vom Balkon geklauten indischen Fahnestange klopfen sie an in die Fenster und Türen der Residenz.

Auch in der Arabischen Welt treten Frauen – oft auch unter Einsatz von Nacktheit – zunehmend selbstbewusster auf.

( dpa/UC )