Falkland-Inseln

Briten und Argentinier im bizarren Flaggenstreit

Die Falkland-Inseln bergen noch immer Konfliktpotenzial: Jetzt durfte ein Luxusdampfer mit Argentiniern an Bord nicht anlanden – trotz eines medizinischen Notfalls.

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Wenige Monate vor dem 30. Jahrestag des Falklandkrieges liegen im Atlantik die Nerven wieder einmal blank. Jüngstes Opfer eines bizarren Flaggenstreits zwischen den Dauer-Streithähnen Argentinien und Großbritannien ist das Kreuzfahrtschiff „Star Princess“.

Wie die Tageszeitung „Clarín“ berichtet, sei dem Fünf-Sterne-Luxusdampfer das Einlaufen in den Hafen der Islas Malvinas trotz eines medizinischen Notfalls an Bord verboten worden. So nennen die Argentinier das britische Überseegebiet, das sie sich so gerne einverleiben würden. Buenos Aires wittert eine Retourkutsche der Briten, war die „Star Princess“ doch überwiegend mit argentinischen Passagieren unterwegs.

Denn wenige Wochen zuvor hatte Argentinien im wieder aufflammenden Streit um die Inselgruppe im südlichen Atlantik die Zügel angezogen. Die Regierung von Staatspräsidentin Cristina Kirchner hatte im südamerikanischen Staatenbund Mercosur einen Bann für Schiffe, die unter der Flagge der Falklandinseln über die Meere kreuzen, durchgesetzt.

Entsprechend beflaggte Schiffe dürften keine Häfen in Argentinien, Uruguay, Brasilien und Chile anlaufen, lautete der Beschluss. Mit dem solidarischen Rückenwind der Nachbarn legte Außenminister Hector Timérman noch einmal nach. Die Falklandinseln seien eine koloniale Enklave, die wie ein „Messer im Herzen Lateinamerikas stecke“. Der britische Premierminister David Cameron konterte wütend, das Vorgehen der Argentinier sei „ungerechtfertigt und kontraproduktiv“.

Seitdem wird genau hingeschaut in Südamerikas Häfen, wer denn gerade mit welcher Flagge einläuft. Uruguay unterlief dabei ein peinlicher Patzer, gewährte der enge argentinische Verbündete doch ausgerechnet einem britischen Militärschiff auf dem Weg zu den Falklandinseln Einlass und musste sich anschließend kleinlaut entschuldigen.