Im Gefängnis

Ärzte sollen Timoschenko K.o.-Tropfen gegeben haben

Das Vertrauen in die Gefängnisärzte schwindet. Julia Timoschenko sollen K.o.-Tropfen verabreicht worden sein – sie sind in Kombination mit anderen Medikamenten tödlich.

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Laut Auskunft ihrer Ärzte sollen der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko K.o.-Tropfen verabreicht worden sein. „Ich habe Informationen wonach Timoschenko Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) verabreicht worden ist, so etwas wird nur in Gefängnissen der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, d. Red.) verwendet“, sagte der Neurologie Professor und ehemalige Gesundheitsminister Nikolai Polischtschuk auf einer Pressekonferenz in Kiew.

Obwohl Timoschenko seit drei Monaten an massiven Rückenproblemen leide, werde sie nicht richtig versorgt. Die vielen Schmerz- und Schlafmittel, die ihr seither verabreicht wurden, haben starke Nebenwirkungen. Der Ohnmachtsanfall in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar, dem orthodoxen Weihnachtsfest, ist womöglich Folge dieser verfehlten Behandlung.

„Die Regierung zwingt das Gefängnispersonal zu solchen Manövern, man will herausfinden, wie weit man gehen kann, was Julia Timoschenko aushält“, klagt der Professor. Seiner Meinung nach benötigt die frühere ukrainische Ministerpräsidentin dringend eine Operation, man solle sie in einem Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses behandeln.

Weder sie noch ihre Unterstützer hätten noch Vertrauen in die Ärzte, die von der Gefängnisverwaltung oder dem Gesundheitsministerium manipuliert werden. „Dort kann kein Mediziner mehr unabhängig entscheiden“, so Polischtschuk.

K.o.-Tropfen – synthetisch hergestellte illegale Droge

GHB ist in Europa unter dem Namen „K.o.-Tropfen“ bekannt. Diese flüssige, synthetisch hergestellte illegale Droge, kann in Kombination mit andern Medikamenten eine tödliche atemlähmende Wirkung haben.

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko war am 11. Oktober zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie soll einen für die Ukraine ungünstigen Gasvertrag mit Russland ausgehandelt haben. Ende Dezember wurde sie in eine Strafkolonie ins ostukrainische Charkiw verlegt. Die EU und die USA hatten den Prozess als politisch motiviert kritisiert und bemängeln die Haftbedingungen in der Ex-Sowjetrepublik.