Ukraine

Oppositionsführerin Timoschenko in Straflager verlegt

Julia Timoschenko ist am Morgen im Rollstuhl in die Frauenhaftanstalt Katschanowka transportiert worden. Dort erwarten sie sieben Jahre Gefängnis.

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Die gegen internationale Proteste zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko (51) ist in ihre endgültige Haftanstalt verlegt worden. Die erkrankte Oppositionsführerin sei am Freitagmorgen in einen Rollstuhl gesetzt und aus dem Untersuchungsgefängnis abgeholt worden, meldete die Agentur Interfax-Ukraine nach Behördenangaben. Sie könne aufgrund ihres Rückenleidens weiterhin nicht laufen.

Ukrainische Medien berichten, Timoschenko sei bereits in der Frauenhaftanstalt Katschanowka, einem Straflager im ostukrainischen Charkow, angekommen. Die Fahrt habe etwa drei Stunden gedauert. Sie sei mit einem Gefängnistransporter dorthin gebracht worden. Der Sprecher der Gefängnisverwaltung in Kiew, Igor Andruschko, bestätigte, Timoschenko sei nicht mehr im Untersuchungsgefängnis Lukjanka.

Urteil wegen Amtsmissbrauchs bestätigt

Ein ukrainisches Berufungsgericht hatte in dem umstrittenen Verfahren am Freitag vor einer Woche das Urteil wegen Amtsmissbrauchs bestätigt. Timoschenko soll beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland ihrem Land finanziellen Schaden zugefügt haben.

Wegen der Prozesse gegen Timoschenko und andere ehemalige Regierungsmitglieder hat die EU die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ex-Sowjetrepublik auf Eis gelegt. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte Vorwürfe zurückgewiesen, das Verfahren sei politisch gesteuert. Timoschenko wirft ihrem politischen Erzfeind vor, das Gerichtssystem zu manipulieren.

Ukrainische Medien berichteten, dass die Frauenhaftanstalt Katschanowka unlängst teilweise saniert worden sei. Bekannt sei das Gefängnis im Land auch für seine große Nähwerkstatt. Timoschenko hofft nach Angaben ihrer Anwälte nun auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg.