„Smart Alex“ nennen ihn manche, weil er nicht nur schlagfertig und geistreich sei, sondern auch im Taktieren geschickt. Mit seinen scharfzüngigen Bemerkungen hält der Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), Alex Salmond, selten hinter dem Berg. In den 80er Jahren wurde er sogar einmal eine Woche lang aus dem Parlament in London ausgeschlossen, weil er aus Protest eine Haushaltsrede unterbrochen hatte.
Der 52-Jährige könnte der künftige Regierungschef von Schottland werden, wenn die Bevölkerung mitzieht: Salmonds Partei will 2010 in einer Volksbefragung darüber entscheiden lassen, ob Schottland unabhängig wird – bislang sind allerdings die wenigsten seiner Landsleute dafür.
Salmond trat schon während des Studiums an der Universität von St. Andrew (Geschichte und Volkswirtschaft) in die Partei
sein und wurde 1987 erstmals als Abgeordneter ins britische Parlament gewählt. 1990 übernahm er den Vorsitz der Schottenpartei, den er zehn Jahre später aufgab, um als Fraktionsvorsitzender ganz nach London zu gehen. Nach den Regionalwahlen am Donnerstag und dem sich abzeichnenden Stimmenzuwachs für seine Partei sprach Salmond von „frischem Wind in der schottischen Politik“.
Salmond ist als Spieler bekannt, der gern an der Rennbahn steht; Kritiker sagen, er sei nicht vertrauenswürdig und
selbstgefällig obendrein. Außerdem ist der Schotte berühmt für seine Unpünktlichkeit, die in leichtem Gegensatz zum Wahlkampfmotto seiner Partei steht: „Es ist Zeit“. Der Politiker ist seit rund dreißig Jahren mit der 17 Jahre älteren Moira verheiratet.
AFP/sa





