Nigeria

Radikalislamische Sekte ermordet junges Mädchen

Die Sekte Boko Haram setzt ihre Terroraktionen in Nigeria fort: Bei der Erstürmung einer Polizeistation fiel den Islamisten ein junges Mädchen zum Opfer.

Foto: AFP

Die Gewalttaten radikaler Islamisten im Norden Nigerias reißen nicht ab. Im Bundesstaat Jigawa wurde bei der Erstürmung einer Polizeistation ein junges Mädchen getötet, das dort mit anderen Menschen Zuflucht gesucht hatte, wie die nigerianische Tageszeitung „The Guardian“ berichtete. Die 25 Bewaffneten sollen Anhänger der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram sein.

Am Dienstag waren zwei städtische Beamte in den Bundesstaaten Borno und Yobe getötet worden. Auch in diesen Fällen werden die Täter in den Reihen der Boko Haram vermutet. Die islamistische Sekte hatte an Weihnachten Anschläge auf Kirchen verübt, bei denen mehr als 40 Menschen starben, und sich öffentlich dazu bekannt. Sie soll Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben.

An Neujahr stellte Boko Haram den Christen im muslimischen Norden Nigerias ein Ultimatum : Sie sollten den Norden binnen drei Tagen verlassen, anderenfalls drohe ihnen die „Rache Allahs“. Die Drohung richtete sich auch gegen Muslime aus dem Süden, die im Norden leben.

Boko Haram bedeutet so viel wie „Westliche Bildung ist verboten“. Die Sekte, die das islamische Recht, die Scharia, einführen will, hat sich nach vereinzelten Anschlägen im vergangenen Jahr zu einer gefährlichen Terrorgruppe entwickelt. Im August wurde ein Autobombenanschlag auf die UN-Zentrale in der Hauptstadt Abuja verübt. 23 Menschen starben.

Der nigerianische Präsident Jonathan Goodluck, ein Christ aus dem südlichen Nigerdelta, hatte die Sicherheitskräfte in den nördlichen Bundesstaaten in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Einige Staaten wurden unter Ausnahmezustand gestellt, die Grenzen zu Niger und Kamerun geschlossen. Im Niger gilt die grenznahe Stadt Zinder als Hochburg von Extremisten.

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