Nigeria

Islamistische Sekte stellt Christen Ultimatum

Die Sekte Boko Haram droht den Christen: Binnen drei Tagen sollen sie den Norden Nigerias verlassen. Sie würden ihre "Brüder schützen" und sich der Armee "entgegenstellen".

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Die islamistische Sekte Boko Haram hat die im Norden Nigerias lebenden Christen aufgefordert, den hauptsächlich von Muslimen bewohnten Landesteil umgehend zu verlassen. Die Gruppe stelle den Christen ein "Ultimatum von drei Tagen", um den Norden Nigerias zu verlassen, sagte ein Sprecher der Sekte am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz zu Journalisten.

Zudem sollten Muslime, die im hauptsächlich von Christen bewohnten Süden des Landes lebten, in den Norden zurückkehren. Es gebe "Beweise", dass die Muslime im Süden bald angegriffen würden.

Boko Haram hat sich zu den blutigen Anschlägen auf Christen an Weihnachten mit mindestens 49 Toten bekannt. Nach den Anschlägen wuchs die Angst vor einer Eskalation religiöser Gewalt in Nigeria. So drohten Vertreter der Christen in Nigeria, sich zur Wehr setzen zu wollen, sollte es weitere Anschläge geben.

Am Samstag verhängte Staatschef Goodluck Jonathan in mehreren Unruheregionen den Ausnahmezustand und ließ bestimmte Grenzabschnitte schließen.

Der Boko-Haram-Sprecher sagte, es sei eindeutig, dass Soldaten in den Regionen, in denen der Ausnahmezustand verhängt wurde, "nur unschuldige Muslime" töten würden. Die Sekte werde sich daher der Armee "entgegenstellen, um unsere Brüder zu schützen".