Euro-Krise

Jeder fünfte Grieche lebt unter der Armutsgrenze

Foto: REUTERS

Mehr als 2,2 Millionen Menschen leben in Griechenland unter der Armutsgrenze. Viele von ihnen haben sogar Schwierigkeiten, sich richtig zu ernähren.

Jeder fünfte Bürger in Griechenland lebt wegen der dramatischen Finanzkrise unter oder an der Armutsgrenze. Es handelt sich um gut 2,2 Millionen Menschen in dem Elf-Millionen-Einwohner Staat. Dies teilte das statistische Amt in Athen (ELSTAT) mit. Die Armutsgrenze wird in Griechenland auf etwa 15.000 Euro Einkommen jährlich für eine Familie mit vier Mitgliedern berechnet.

27,7 Prozent der Betroffenen haben sogar Schwierigkeiten, sich richtig zu ernähren, heißt es in dem Bericht.

Aus diesem Grund läuft in Griechenland seit Wochen eine Lebensmittel-Kampagne für Bedürftige. „Zusammen können wir es schaffen“ lautet das Motto. Beim Einkauf im Supermarkt werden die Menschen aufgerufen, „auch an die mittellosen Mitbürger zu denken und auch für sie etwas einzukaufen“. An der Aktion nehmen die Kirchen, die Städte und Gemeinden sowie die meisten Supermärkte teil.

Papademos verhandelt mit Gewerkschaften

Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos will unterdessen mit Gewerkschaften und Handelsverbänden über Einzelheiten seiner Sparpläne beraten. In den Gesprächen sollen voraussichtlich auch Lohnkürzungen und andere umstrittene Themen diskutiert werden.

Vor dem nächsten Besuch internationaler Finanzinspektoren Mitte Januar hatte Regierungssprecher Pantelis Kapsis am Dienstag auch ein Ausscheiden aus der Eurozone nicht mehr ausgeschlossen. Athen musste bereits im Mai mit internationaler Hilfe in Höhe von 110 Milliarden Euro gerettet werden. Eine zweite Zahlung von 130 Milliarden wurde im Oktober bewilligt. Die Umsetzung ist aber an Bedingungen geknüpft.

( dpa/dapd/mcz )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos