Syrien

Beobachter verlangen den Abzug von Heckenschützen

Mit eigenen Augen hätten Beobachter der Arabischen Liga Heckenschützen in der Protesthochburg Duma gesehen, heißt es. Die UN stärken den Beobachtern den Rücken.

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Beobachter der Arabischen Liga haben in Syrien den sofortigen Abzug von Heckenschützen in den Konfliktregionen verlangt. Aus dem Umfeld der Mission erfuhr die Nachrichtenagentur dpa, dass Delegierte in der Protesthochburg Duma außerhalb der Hauptstadt Damaskus die auf Häuserdächern platzierten Schützen mit eigenen Augen gesehen hätten. Dort hatte es am Freitag Massenproteste gegen die Regierung von Baschar al-Assad gegeben.

Nach UN-Schätzungen sind seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime im März mehr als 5000 Menschen getötet worden. Seit etwa einer Woche sind die Beobachter im Land. Ihre Aufgabe ist es, bis Ende Januar den Rückzug der syrischen Armee und die Freilassung politischer Gefangener zu überwachen. Ziel der Mission ist ein Ende des Blutvergießens.

Die Vereinten Nationen stärkten unterdessen der Beobachtermission den Rücken. Die Bemühungen der Liga um eine friedliche Lösung der Krise in dem Land seien wichtig, erklärte UN-Sprecher Martin Nesirky am Freitag. Es sei entscheidend, dass die syrische Regierung der Beobachtermission ungehinderten Zugang gewähre und uneingeschränkt mit ihr kooperiere.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten hatten syrische Sicherheitskräfte am Freitag in den Städten Idleb, Daraa, Homs und Hama mindestens 34 Zivilisten und Deserteure erschossen. Ungeachtet der Präsenz der Beobachter seien dort außerdem zahlreiche Menschen verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Hunderttausende Menschen gingen demnach gegen die Regierung auf die Straße.

Der in London ansässigen Beobachtungsstelle zufolge eröffneten die Sicherheitskräfte in mehreren Städten das Feuer auf Demonstrationen und erschossen zahlreiche Teilnehmer. Bei Protesten zehntausender Menschen nahe der Hauptstadt Damaskus setzten Sicherheitskräfte laut der Beobachtungsstelle neben Tränengas und Blendgranaten auch Nagelbomben ein, um Demonstranten auseinanderzutreiben. Für die Angaben der Organisation gab es keine unabhängige Bestätigung.