Verfolgung von Christen

Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Nigeria

Blutige Weihnachten in Nigeria: Die islamistische Sekte Boko Haram hat während der Christmesse Bombenanschläge auf katholische Kirchen verübt.

Foto: won

Während einer Weihnachtsmesse hat sich am Sonntag in einer katholischen Kirche nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja eine Explosion ereignet. Mindestens 15 Menschen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Rettungskräfte gingen davon aus, dass die Zahl der Toten noch weiter steigt. In der Gegend um die Kirche in Madalla herrschte nach der Detonation Chaos.

Allein in drei Rettungswagen seien 15 Leichen aus der St.-Theresa-Kirche abtransportiert worden, sagte ein Helfer. Die Opferzahl könne jedoch höher liegen, da vermutlich auch andere Rettungskräfte Tote bergen würden. Es war unklar, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Explosion in der Kirche aufhielten.

Journalisten erhielten eine Textnachricht der für Notfälle zuständigen Behörde, wonach diese nicht genügend Krankenwagen für den Transport von Verletzten zur Verfügung habe. Die Behörden bestätigten die Bergung von Leichen am Ort des Geschehens.

Aufgebrachte Jugendliche legten nach der Detonation Feuer und drohten damit, eine nahegelegene Polizeiwache anzugreifen. Sicherheitskräfte schossen in die Luft, um sie auseinanderzutreiben. Die Gegend um die Kirche wurde abgeriegelt.

Nigerianische Medien berichteten, ein angeblicher Sprecher der radikalislamischen Sekte Boko Haram habe die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Der

Eine weitere Explosion ereignete sich nahe einer Kirche in der zentralnigerianischen Stadt Jos. Hier wurden mehrere Menschen verletzt, berichteten Augenzeugen. Auch Gewehrfeuer sei zu hören gewesen. In Abuja verließen viele Christen frühzeitig die Weihnachtsmessen aus Angst vor weiteren Anschlägen, berichteten nigerianische Medien.

Islamistische Sekte verfolgt Christen in Nigeria

Nigeria war zuletzt immer wieder von Bombenanschlägen und Attentaten der Boko Haram erschüttert worden.

Im August hatte sich die Gruppe zu einem Selbstmordanschlag auf das UN-Quartier bekannt, bei dem 23 Menschen getötet und 76 verletzt worden waren. Seitdem gehen die nigerianischen Sicherheitskräfte verstärkt gegen die Islamisten vor. Am Samstag wurden bei Kämpfen zwischen Armee und Anhängern von Boko Haram mindestens 68 Menschen im Norden des Landes getötet worden.

Einer Zählung der Nachrichtenagentur dapd zufolge ist die Sekte allein in diesem Jahr für mindestens 465 Morde verantwortlich.