Bekennerschreiben

Al-Qaida hat Deutschen in Mali ermordet

Im November starb ein Deutscher bei der versuchten Entführung von Touristen in Mali. Jetzt veröffentlichen al-Qaida-Terroristen dazu ein Bekennerschreiben.

Foto: Al-Andalus

Der nordafrikanische Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida hat sich zu der Entführung von fünf Europäern und zur Ermordung eines deutschen Touristen in Mali im November bekannt. Die Gruppe "Al-Qaida im Islamischen Maghreb" (AQIM) veröffentlichte in einschlägigen Internetforen Fotos der Geiseln und ein Bekennerschreiben in arabischer Sprache, das Morgenpost Online vorliegt.

Am 24. November hatten Al-Qaida-Kämpfer im Norden von Mali, nahe der Ortschaft Hombori, zwei französische Geologen aus einem Hotel entführt. Im jetzt aufgetauchten Bekennerschreiben der al-Qaida heißt es, die beiden Franzosen seien in Wahrheit "Spione" des französischen Geheimdienstes.

Deutscher setzte sich zur Wehr und wurde getötet

Drei westliche Touristen - ein Südafrikaner mit britischem Pass, ein Schwede und ein Niederländer - waren am Folgetag, dem 25. November, aus einem Restaurant in der Stadt Timbuktu verschleppt worden. Der deutsche Tourist Martin A. (58) wurde bei dem Entführungsversuch erschossen, weil er sich Medienberichten zufolge zur Wehr gesetzt haben soll.

Unmittelbar nach der Ermordung des Deutschen in Timbuktu waren alle ausländischen Touristen mit einer Sondermaschine aus der historischen Stadt ausgeflogen worden. Die Regierung von Mali verurteilte die Entführung der Europäer und die Tötung des deutschen Touristen als "terroristischen Akt" und als "Angriff auf die Sicherheit und Stabilität des Landes".

AA warnt vor Reisen in Norden und Nordosten Malis

Das Auswärtige Amt bestätigte inzwischen den Tod eines Deutschen, wollte sich aber zu den genauen Umständen seiner Ermordung nicht äußern. Das Auswärtige Amt warnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor Reisen in den Norden und Nordosten Malis, wie auch vor dem Besuch Timbuktus. Für Touristen bestünden in diesen Regionen deutlich erhöhte Anschlags- und Entführungsrisiken.

Die Gruppe "al-Qaida im Islamischen Maghreb" (AQIM) ist ein Ableger des internationalen Terrornetzwerkes und entstand aus dem Zusammenschluss regionaler Islamisten-Gruppen in Nordafrika. Die militanten Islamisten sind in Algerien, Mali, Libyen, Mauretanien, Niger und weiteren westafrikanischen Staaten aktiv und kämpfen dort für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates.

Terroristen fordern Ende aller militärischen Aktionen gegen Muslime

In den vergangenen Jahren waren nordafrikanische Al-Qaida-Kämpfer für eine Vielzahl von Bombenanschlägen sowie für Entführungen von Dutzenden westlichen Touristen verantwortlich. Die Mehrzahl der Geiseln kam nach Zahlung von Lösegeld, teilweise in Millionenhöhe, frei. Einige wenige Geiseln starben jedoch an den Strapazen der Entführung oder wurden von al-Qaida getötet.

Im nun aufgetauchten Bekennerschreiben der AQIM zur Entführung der fünf Europäer fordern die Terroristen Frankreich auf, alle militärischen Aktionen gegen Muslime zu stoppen. Außerdem wird die Freilassung von inhaftierten Islamisten gefordert.