Iran

Raketen-Gelände nach Explosion dem Erdboden gleich

Nach einer heftigen Explosion auf einem iranischen Raketen-Gelände soll Teherans Raketenprogramm einen Rückschlag erlitten haben. Das zeigen Satellitenfotos.

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Eine heftige Explosion auf einer iranischen Militärbasis vor wenigen Wochen soll nach einem US-Medienbericht ein wichtiges Raketenprogramm Teherans erheblich zurückgeworfen haben. Satellitenfotos zeigten, dass das Raketen-Testgelände dem Erdboden gleichgemacht worden sei, berichtete die „New York Times“ am Montag.

Auch weil der Chef des Programms, General Hassan Mokaddam, bei der Detonation getötet worden sei, gingen amerikanische und israelische Experten von einem herben Rückschlag aus, schreibt die Zeitung.

Unmittelbar nach der Explosion, die vermutlich durch einen Unfall ausgelöst worden war und bei der 17 Menschen starben, war zunächst von einem Munitionsdepot die Rede gewesen. Dem Bericht zufolge trieben Forscher dort aber vielmehr das fortgeschrittenste Programm des Iran für Langstreckenraketen voran.

Die rund 35 Kilometer von Teheran entfernte Basis sei das Test-Zentrum für hoch entwickelte Raketen gewesen. US-Experten vermuten, der Unfall sei auf die Unerfahrenheit der Iraner mit der Technologie zurückzuführen.

Dem Bericht zufolge wurden auf dem Gelände mit festem Treibstoff bestückte Raketen getestet, die beinahe augenblicklich gestartet werden könnten. Dadurch seien sie besonders als Abschreckung gegen militärische Erstschläge Israels oder der USA geeignet. Zudem könnten sie Sprengköpfe besser über große Distanzen transportieren als ältere, mit flüssigem Treibstoff angetriebene Raketen.

Es wird befürchtet, dass Teheran eines Tages mit Atomwaffen bestückte Langstrecken-Raketen einsetzen könnte. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hatte vor wenigen Wochen in ihrem jüngsten Iran-Bericht Hinweise auf ein geheimes militärisches Atomprogramm Teherans dokumentiert.

Dem islamischen Land wird vorgeworfen, bis zumindest 2010 an der Entwicklung eines atomaren Sprengkörpers gearbeitet zu haben. Dies sei „eine eklatante Verletzung des Vertrags über Nichtverbreitung von Kernwaffen“, heißt es dort.