Offizielle Angaben

Timoschenko hat keine lebensdrohliche Krankheit

Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko leidet nach offiziellen Angaben nicht unter einer lebensbedrohlichen Krankheit. Nach einem Arztbesuch außerhalb des Gefängnisses sei die Politikerin wieder im Strafvollzug und weiter vernehmungs- und verhandlungsfähig.

Die inhaftierte ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko ist außerhalb des Gefängnisses medizinisch untersucht worden. Timoschenko habe am Mittwochmorgen in einer Klinik in Kiew eine „umfassende medizinische Untersuchung“ erhalten, sagte der ukrainische Gesundheitsminister Olexander Anischtschenko nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Die Ergebnisse würden an das Gefängnis übermittelt, in dem Timoschenko derzeit sitzt, nachdem sie wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war. Timoschenkos Sprecherin sagte, sie sei nicht über die Untersuchung informiert worden.

Zuletzt war die Sorge um Timoschenkos Gesundheitszustand gewachsen. Nach Angaben der Justizbehörden und aus ihrem Umfeld leidet sie an Rückenschmerzen und hat Probleme beim Laufen. Einer Tante Timoschenkos zufolge machen ihr die Folgen eines Autounfalls im Jahr 2009 zu schaffen. Ihre Familie bezeichnet den Umgang der Behörden mit Timoschenko als „Folter“. Demnach wird sie trotz Schmerzen regelmäßig verhört.

Die parlamentarische Beauftragte für Menschenrechte in der Ukraine, Nina Karpatschowa, hatte sich am Montag besorgt über Timoschenkos Zustand gezeigt und eine Untersuchung außerhalb des Gefängnisses verlangt. Präsident Viktor Janukowitsch sagte am Dienstag dann, Timoschenko könne für eine Behandlung das Gefängnis verlassen.

Ein Gericht in Kiew hatte die frühere Regierungschefin im Oktober wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie wurde für schuldig befunden, ihrem Land beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland Schaden in Millionenhöhe zugefügt zu haben. Timoschenko sieht sich hingegen als Opfer eines politischen Komplotts.