Erkrankte Oppositionelle

Timoschenko leidet in ihrer 14 Grad kalten Zelle

Julia Timoschenko kann sich wegen eines Rückenleidens nicht mehr allein bewegen. Laut ihres Anwalts sei es zudem mit 14 Grad viel zu kalt in der Zelle der ukrainischen Oppositionspolitikerin für eine mögliche Genesung.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Gesundheitszustand der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat sich nach Angaben ihres Anwalts Serhij Wlasenko weiter verschlechtert. Die zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte ehemalige Regierungschefin könne sich wegen eines Rückenleidens nicht mehr selbstständig bewegen, berichteten ukrainische Medien am Donnerstag unter Berufung auf Wlasenko. In Timoschenkos Zelle sei es zudem mit 14 Grad viel zu kalt für eine Genesung.

Timoschenko-Berufungsverfahren beginnt im Dezember

Das Berufungsverfahren im Fall der zu sieben Jahren Haft verurteilten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko soll am 13. Dezember beginnen. Das teilte der Pressedienst der Timoschenko-Partei Vaterland am Mittwoch in Kiew mit. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Am 19. Dezember kommt in Kiew der EU-Ukraine-Gipfel zusammen, um über ein bilaterales Assoziierungs- und Freihandelsabkommens zu entscheiden.

Brüssel macht die Unterzeichnung des Vertrags von einer Freilassung Timoschenkos abhängig. Der Prozess gegen sie sei politisch motiviert gewesen, kritisiert die EU. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte in dem Streit mehrmals auf die Bedeutung des Berufungsverfahrens hingewiesen.

Auch nach Informationen einer polnischen Tageszeitung könnte Timoschenko noch vor Weihnachten freikommen. Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf einen Vertrauten des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, Timoschenko werde noch vor dem Gipfel freikommen. „Sie wird Weihnachten zu Hause verbringen“, zitierte das Blatt seinen Informanten. Noch gebe es allerdings im Umfeld des Präsidenten Widerstand gegen den Plan sowie gegen die gesamte Idee einer stärkeren Westorientierung.

Timoschenko selbst hatte die EU kürzlich zur Unterzeichnung des Abkommens ohne Rücksicht auf ihr Schicksal aufgefordert. Ein Kiewer Gericht hatte die ehemalige Regierungschefin zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil sie beim Abschluss eines für die Ukraine angeblich ungünstigen Gasvertrages mit Russland ihr Amt missbraucht haben soll.