Balkan

Serben bauen neue Straßensperren im Kosovo

Neue ethnische Spannungen im Kosovo: Während im Westen des Kosovos ein Serbe getötet wurde, errichtet die serbische Minderheit im Norden neue Straßensperren.

Foto: AFP

Im Westen des Kosovos ist ein Serbe von Bewaffneten getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde bei dem Zwischenfall am Vorabend zudem der Sohn des Mannes verletzt.

Über die Motive sei bisher nichts bekannt. Den Angaben zufolge wurden in dem Dorf Zerze mehrere Häuser albanischstämmiger Kosovaren durchsucht, festgenommen wurde aber niemand.

Serben errichten neue Straßensperren im Nordkosovo

Unterdessen hat die serbische Minderheit im Nordkosovo neue Straßensperren errichtet. An der Brücke über den Ibar-Fluss in der Stadt Mitrovica zogen sie eine Betonmauer hoch, berichteten am Sonntag Medien in Belgrad.

Erstmals sei auch eine Blockade am umstrittenen Grenzübergang Jarinje aus Richtung Serbien errichtet worden. Damit sei der von der internationalen Schutztruppe KFOR und der EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) kontrollierte Grenzposten von der Außenwelt abgeschnitten.

Die fast nur noch von Albanern bewohnte frühere serbische Provinz ist seit dreieinhalb Jahren unabhängig. Belgrad will das Kosovo aber wieder in seinen Staatsverband eingliedern. Im Norden des Landes, wo rund 50.000 Serben die Mehrheit bilden, hatte die Kosovo-Regierung bisher keinen Einfluss.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Rückzug Serbiens aus dem Nordkosovo zur Bedingung für eine weitere Annäherung des Landes an die EU gemacht.

Verkehr im Nordkosovo lahmgelegt

Die Serben haben in den letzten zwei Wochen mit mehr als einem Dutzend Straßenblockaden den Verkehr im Nordkosovo lahmgelegt . Sie wollen damit den Abzug von Zöllnern und Grenzpolizisten der Kosovo-Regierung an den beiden umstrittenen Grenzübergängen Jarinje und Brnjak erzwingen, die bisher von Serben gehalten wurden.

In der kommenden Woche kommt EU-Vermittler Robert Cooper in beide Hauptstädte, um den unterbrochenen Dialog zwischen Albanern und Serben wieder in Gang zu bringen. Die EU-Kommission will am 12. Oktober mitteilen, ob das Land EU-Beitrittskandidat werden kann.