Tödlicher Schlag

Kolumbiens Militär tötet FARC-Rebellenchef Cano

Seit 2008 war Alfonso Cano Chef der letzten verbliebenen Rebellenbewegung Lateinamerikas. Auf ihn war ein Millionenkopfgeld ausgesetzt. Experten sehen damit aber noch lange nicht das Ende der kommunistisch ausgerichteten FARC.

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Der Tod des 63-Järige Alfonso Cano sei der größte Rückschlag für die linksextremistische Farc in dem seit fast fünf Jahrzehnten andauernden Konflikt, teilte das kolumbianische Verteidigungsministerium mit.

Video: Reuters
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Der Anführer der linksgerichteten kolumbianischen Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Alfonso Cano, ist bei einer Militäroperation getötet worden. Sein Tod ist ein großer Erfolg für Präsident Juan Manuel Santos. Erst vor mehr als einem Jahr war der Militärchef der Organisation vom kolumbianischen Militär getötet worden. Ein tödlicher Schlag gegen die FARC ist Canos Tod, mit bürgerlichem Namen Guillermo León Sáenz Vargas, aber bei weitem nicht.

„Die Fingerabdrücke sind identisch“, sagte einer der beiden ranghohen kolumbianischen Sicherheitsvertreter, die Canos Tod als erste bekannt gaben. Das Militär habe eine Standardoperation in der Provinz Cauca ausgeführt – erst einen Bombenangriff, dann hätten Bodentruppen übernommen. Der Gouverneur von Cauca, Alberto Gonzalez, bestätigte Canos Tod inzwischen. In Cauca kam es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Gewaltakten durch die FARC-Rebellen.

Auf Cano war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (mehr als 3,6 Millionen Euro) ausgesetzt. Seit der Militärchef der Rebellen, Mono Jojoy, im September 2010 bei einem Bombenangriff getötet wurde, hatten sich die kolumbianischen Behörden auf die Jagd nach dem 63-jährigen Cano konzentriert. Cano ist ein Intellektueller aus Bogotá, der die Führung der letzten verbliebenen Rebellenbewegung Lateinamerikas nach dem Tod von FARC-Mitbegründer Manuel Marulanda im Alter von schätzungsweise 78 Jahren durch Herzinfarkt im Jahre 2008 übernahm.

Schlag für die Moral, aber nicht das Ende der FARC

Canos Tod bedeutet laut Experten aber noch lange nicht das Ende der kommunistisch ausgerichteten Gruppe, die seit fast 50 Jahren einen Guerillakrieg gegen die kolumbianische Regierung führt. Die Bewegung, die sich vorwiegend durch Drogenhandel finanziert, besteht aus schätzungsweise 9.000 Bauern aus entlegenen Gebieten, die in Kolumbien, wo der Landbesitz in den Händen einiger weniger ist, kaum Chancen haben.

„Es muss natürlich ganz klar gesagt werden: Das ist ein Schlag für die Moral der FARC“, sagte Victor Ricardo, der zwischen 1998 und 2002 für die kolumbianische Regierung letztendlich erfolglose Friedensverhandlungen mit den Rebellen führte, der Nachrichtenagentur AP. Es solle aber bloß keiner glauben, dass Canos Tod das Ende der FARC sei. Die Bewegung habe eine disziplinierte militärische Hierarchie, Nachfolger warteten schon. Ricardo sagte, der nächste FARC-Anführer könnte Ivan Marquez oder Timochenko vom FARC-Sekretariat sein.