Rumäniens Tourismusministerin

In hohen Lederstiefeln in die Fettnäpfchen der Welt

Elena Udrea wechselt ihre Parteizugehörigkeit so oft wie ihre Designer-Garderobe. Die rumänische Tourismusministerin bricht gern Tabus.

Foto: REUTERS/Bogdan Cristel / REUTERS/Bogdan Cristel/X00337

Die hohen Lederstiefel winden sich bis über die Knie. Das schwarze Latex-Kleid spannt sich hauteng über die Rundungen der wie einst Madonna vor einer Weltkugel posierenden Blondine. Es ist Rumäniens Tourismusministerin Elena Udrea, die auf dem Titelblatt der neuesten Ausgabe des Hochglanz-Magazins „Tabu“ prangt.

„Eine Welt der starken Frau“ ist der Titel des Monatsblatts: Im Heftinneren lässt sich die Juristin auch noch als Kleopatra, Eva Peron, Jackie Kennedy und Margaret Thatcher in Szene setzen. Ihre Foto-Referenz an Frauen mit Macht erinnere an die Ikonen, die mehr als nur „simple Arbeiterinnen“ sein wollten – und die Politik in der Welt „verändert“ hätten, begründete die 37-Jährige ihr mediales Auftreten.

Talent zum Tritt ins Fettnäpfchen

Das Politikspiel kennt die Vertraute des konservativen Staatspräsidenten Traian Basescu dabei so gut wie ihren Kleiderschrank: Parteizugehörigkeit und Posten wechselte sie in den letzten Jahren fast genauso häufig wie ihre kostspielige Designer-Garderobe. Ob als Chefin der Präsidialkanzlei, Umwelt- oder Tourismus-Ministerin: Das Talent zum Tritt ins Fettnäpfchen zeichnet die Karrierefrau genauso aus wie ihr Drang vor die Kameras.

Nicht nur durch den Verdacht von Amtsmissbrauch und Korruption geriet sie als Politikerin in die Schlagzeilen: Mal erklärte sie Norwegen zum EU-Mitglied, mal beglückte sie vom Hochwasser getroffene Frauen mit hochhackigen Schuhen, damit „sie sich schöner fühlen“.