Weißrussland

Lukaschenko will "Territorialarmee" mit 120.000 Mann

Alexander Lukaschenko will eine neue "Territorialarmee" erschaffen. Geld sei genug da, sagte der weißrussische Staatschef: "Wer die Soldaten nicht füttert, füttert den Feind."

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Der autoritäre weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hat die Bildung einer 120.000 Mann starken "Territorialarmee" zur "Stärkung der inneren Sicherheit" angekündigt.

Der Druck auf die frühere Sowjetrepublik – auch aus dem Westen – sei so stark, dass "wir eine neue Armee schaffen müssen", zitierte die die Staatsagentur Belta in der Hauptstadt Minsk den oft als "letzten Diktator Europas " bezeichneten Präsidenten. Lukaschenko habe in der Stadt Grodno bereits erste Gebietsgouverneure zu Generälen der geplanten Truppe ernannt.

Paramilitärische Organisation oder professionelle Einheit?

Einzelheiten teilte Lukaschenko zunächst nicht mit. So war unklar, ob er zum Beispiel eine paramilitärische Organisation von Beschäftigten ("Betriebskampfgruppe") oder eine neue professionelle Einheit bilden will. Die regulären Streitkräfte des Landes umfassen Schätzungen zufolge maximal 100.000 Mann.

Die "Territorialarmee" werde eine Stütze sein für die reguläre Armee, sagte Lukaschenko. Er widersprach Berichten, nach denen Weißrussland kurz vor dem Staatsbankrott stehe. "Das Geld für diese Territorialarmee wird da sein. Wer die eigenen Soldaten nicht füttert, füttert den Feind."

Indirekt gab der umstrittene Staatschef zu verstehen, dass sich die Pläne auch gegen die zunehmende Proteststimmung im Land richten könnten.

Einen Führungswechsel wie in Libyen werde er in Weißrussland nicht zulassen, warnte Lukaschenko. In Libyen habe die Nato geholfen, dass "im Namen der Demokratie tausende Menschen umgebracht" wurden.