G-20-Gipfel in Cannes

USA gegen stärkere Rolle des IWF bei Euro-Rettung

Fast alle Länder fordern mehr Geld für den Internationalen Währungsfonds. Doch die USA stellen sich quer. Sie sind der größte Anteilseigner des Währungsfonds.

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Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Cannes hat sich eine Front aufgetan zwischen den USA und vielen anderen Ländern zur Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Euro-Rettung.

Die australische Premierministerin Julia Gillard sagte am späten Donnerstagabend: “Es gibt eine breite Stimmung bei den G 20 dafür, dass es eine zusätzliche Finanzausstattung des IWF geben muss. Die Spitzenpolitiker haben anerkannt, dass dies ein angemessener Schritt ist, damit die Leute beruhigt werden können.“

Größte Anteilseigner des IWF

Doch ein US-Politiker widersprach. Die USA seien weiterhin der Meinung, dass der IWF seine bestehenden Finanzquellen nutzen sollte, erklärte der Vize-Sicherheitsberater Ben Rhodes.

Die USA sind der größte Anteilseigner des IWF. US-Präsident Barack Obama nahm allerdings gleichzeitig teil an den Beratungen der europäischen G-20-Mitglieder am späten Donnerstagabend über den Euro.

Der russische Präsdient Dimitri Medwedjew hatte am Donnerstagabend gesagt, dass die großen aufstrebenden Volkswirtschaften bereits darüber beraten, wie sie der Euro-Zone helfen können. Sie hätten sich am Rande des G-20-Gipfels in Cannes getroffen, um über Hilfen für die Eurozone zu beraten. “Ich denke, wir werden den Ländern der Eurozone irgendeine Art von Unterstützung anbieten“, sagte er.

"Die extravagante Position Griechenlands"

Medwedjew sagte, getagt hätten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. “Heute hat sich alles um das Thema Krise in der Euro-Zone gedreht und um die extravagante Position Griechenlands, die sich im Verlaufe des Tages mehrfach geändert hat.“

Er fügte hinzu: “Unsere Kollegen haben Kopfschmerzen wegen der Lage in Griechenland und wegen der in Italien und Spanien.“

In dem Entwurf für die G-20-Erklärung verpflichtet sich Italien, seine Neuverschuldung zu senken und bis 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Der verkündete Sparplan soll vollständig umgesetzt werden.