Meschaal Tammo

Syrer demonstrieren nach Tod von Oppositionellen

50.000 Menschen haben an der Trauerfeier für den Menschenrechtsaktivisten Meschaal Tammo teilgenommen. Doch Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer auf die Trauernden.

Foto: REUTERS

Syrische Sicherheitskräfte haben auf Zehntausende Trauernde geschossen, die sich zur Beisetzung eines kurdischen Oppositionsführers in der nordöstlichen Stadt Kamischli versammelt hatten. Mindestens zwei Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten getötet und mehrere verletzt. Die Trauernden forderten den Rücktritt von Präsident Baschar alAssad: „Geh, geh!“ riefen sie.

Der kurdische Oppositionsführer Maschaal Tammo war am Freitag von maskierten Bewaffneten in seiner Wohnung getötet worden. „Ganz Kamischli ist heute auf den Straßen, die Beerdigung entwickelt sich zu einem massiven Protest“, sagte der Aktivist Mustafa Osso der Nachrichtenagentur AP. Klagerufe von Trauernden waren während des Telefonats zu hören. Osso sagte, mehr als 50.000 Menschen seien zur Beerdigung Tammos gekommen.

"Er ist ein weiteres Opfer eines brutalen Regimes"

Auch das Aktivisten-Netzwerk Örtliche Koordinierungskomitees meldete einen massiven Einsatz der Sicherheitskräfte in Kamischli. Die Stadt sei komplett abgeriegelt worden, nachdem zur Trauer um Tammo ein Generalstreik ausgerufen worden war. Das Netzwerk sprach von mindestens einem Toten und einem Verletzten. Die Zusammenstöße hätten begonnen, als Demonstranten versuchten, eine Statue von Assads Vorgänger und Vater Hafis Assad umzustürzen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich bestürzt über die Ermordung geäußert. „Er ist ein weiteres Opfer eines brutalen Regimes der Recht- und Gesetzlosigkeit“, kritisierte Westerwelle am Samstag in Berlin. Tammo habe für seinen den Mut, Freiheit, Demokratie, Toleranz und Menschenwürde zu fordern, mit dem Leben bezahlt.

Der 53-jährige Tammo war in den vergangenen Monaten einer der führenden Organisatoren der Protestbewegung in Kamischli. Er saß früher als politischer Gefangener in Haft, war Sprecher der Kurdischen Zukunftspartei und Mitglied des Exekutivkomitees des neugegründeten Syrischen Nationalrats. Viele Oppositionsanhänger machen das Regime in Damaskus für seine Ermordung verantwortlich.

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