Flucht

Saif al-Islam offenbar auf dem Weg nach Mali

Foto: AFP

Der Sohn des getöteten libyschen Diktators, Saif al-Islam Gaddafi, versucht sich nach Mali abzusetzen. Dort versteckt sich auch ein weiterer Gaddafi-Mitarbeiter.

Der einstige Geheimdienstchef des getöteten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi ist offenbar nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Niger nach Mali geflohen. Abdullah al Senussi sei Mittwochnacht in einem von Tuareg geleiteten Konvoi über die nordmalische Grenzregion Kidal eingereist, erklärte ein Berater des nigrischen Präsidenten Mahamadou Issoufou am Donnerstag. Er wird demnach von etwa einem Dutzend Leibwächter begleitet.

Auch Gaddafis Sohn Saif al-Islam sei auf dem Weg nach Mali, hieß es. Er sei entlang der algerisch-nigrischen Grenze unterwegs. Die beiden Männer werden wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht.

Der malische Direktor für die Staatssicherheit, Hildebert Traore, konnte eine Flucht al Senussis nach Mali nicht bestätigen. „Bislang konnten wir seine genaue Position nicht bestimmen“, erklärte er.

Beobachter vermuten, dass die flüchtigen Mitglieder des Gaddafi-Regimes nicht in Niger blieben, um einer Übergabe an den Internationalen Gerichtshof zu entgehen. So hatte die nigrische Regierung erklärt, ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen zu wollen.

Bereits im September war ein weiterer Sohn des Exmachthabers, Al-Saadi Gaddafi, nach Niger geflüchtet. Noch am Donnerstag hatte es gehießen, Saif al-Islam wolle sich stellen und verlange ein Flugzeug nach Den Haag.

( dapd/smb )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos