Präsidentschaftswahl

Sozialistischer Kandidat in Umfrage klar vor Sarkozy

Gegen den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten hätte Amtsinhaber Nicolas Sarkozy derzeit keine Chance: Im direkten Vergleich würde Hollande 62 Prozent der Stimmen erhalten.

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Der Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten, François Hollande , liegt in der Wählergunst um Längen vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen würde Hollande mit 62 Prozent der Stimmen vor Sarkozy mit 38 Prozent liegen, ergab einein Paris veröffentlichte Umfrage des Instituts CSA.

In der ersten Runde läge Hollande demnach mit 35 Prozent an der Spitze, gefolgt von Sarkozy mit 25 Prozent, der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen mit 16 Prozent und dem Zentrumspolitiker François Bayrou mit neun Prozent.

Hollande liegt schon länger vor Sarkozy

Hollande hatte sich am Sonntag in einer Stichwahl der Sozialisten um die Präsidentschaftskandidatur mit 56,6 zu 43,4 Prozent gegen Parteichefin Martine Aubry durchgesetzt.

Erstmals in der Geschichte Frankreichs hatten die Sozialisten ihren Kandidaten durch eine Vorwahl bestimmen lassen, an der auch Nicht-Parteimitglieder teilnehmen konnten.

Der Umfrage zufolge ordnen 65 Prozent der Befragten die Ziele von Hollande „eher Mitte-Links“ ein, nur 19 Prozent sehen ihn „wirklich links“. 59 Prozent glauben außerdem, dass die Sozialisten durch die Vorwahlen „gestärkt und geeint“ worden seien. Auch in früheren Umfragen – vor den Vorwahlen – lag Hollande stets vor Sarkozy.

Wahlkampf in Frankreich schon voll im Gange

In Frankreich lief der Wahlkampf unterdessen richtig an. Die konservative Regierungspartei UMP attackierte Hollande hart. Die Projekte von Hollande würden 255 Milliarden Euro in fünf Jahren kosten, erklärte UMP-Chef Jean-François Copé .

Zuvor hatte er darüber hinaus von Steuererhöhungen durch Hollande in einem Volumen von 126 Milliarden Euro gesprochen. Hintergrund ist der Sparkurs, zu dem Frankreich aufgrund seiner hohen Verschuldung gezwungen ist. Die Ratingagentur Moody's hatte Frankreichs Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit zuvor in Frage gestellt.

Mehrere Minister der konservativen Regierung griffen Hollande zudem scharf an. Verteidigungsminister Gérard Longuet sagte auf France Inter angesichts der Finanzkrise und der Ankündigung von Moody's, dass das Programm von Hollande „zutiefst beunruhigt“ habe.