Polizei-Einsatz in Essex

Krawalle bei Räumung illegaler Nomaden-Wagenburg

Die Gerichte haben entschieden: Die Wohnwagensiedlung der Travellers in Essex ist illegal. Doch bei der Räumung kam es zu schweren Ausschreitungen.

Bei der Räumung einer illegalen Wohnwagensiedlung in England ist es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Bewohnern gekommen. Polizisten in schwerer Ausrüstung durchbrachen Barrikaden, um den Vollzugsbeamten Zugang zu dem Camp in der Grafschaft Essex zu verschaffen. Wütende Bewohner und ihre Unterstützer warfen Steine auf sie und zündeten einen Wohnwagen an.

Ob es Verletzte gab, war zunächst unklar. Fernsehbilder zeigten, wie ein Mensch auf einer Trage zu einem Krankenwagen gebracht wurde. Die mindestens 50 Polizisten waren am frühen Morgen angerückt. Im Camp wurde der Strom abgestellt. Ein Kran und ein Bagger standen bereit, um die 49 illegalen Stellplätze zu räumen.

Am Montag hatten die sogenannten Travellers in letzter Instanz vor Gericht ihren jahrelangen Kampf um ihr Bleiberecht verloren . Die Stadtverwaltung hatte am Dienstag angekündigt, die Siedlung werde nun ohne weitere Diskussionen geräumt.

Die Irish Travellers sind ein Nomadenvolk mit Wurzeln in Irland. Sie leben vor allem in Irland, Großbritannien und den USA. Mit Roma-Gruppen sind sie ethnisch nicht verwandt.

Einige von ihnen hatten das Dale Farm genannte Gelände in Essex in der Nähe der Stadt Wickford vor zehn Jahren gekauft. Als die Siedlung immer größer wurde, begannen die Proteste von Anwohnern. Sie mündeten schließlich in Klagen wegen Verstößen gegen das Bau- und Planungsrecht.