Schweizer Parlamentswahlen

Computerpanne verzögert offizielle Wahlergebnisse

Bei der Parlamentswahl in der Schweiz haben die Wähler die seit Jahrzehnten regierenden großen Parteien verwarnt. Der größte Verlierer der Abstimmung sind laut der Hochrechnung die Grünen. Die Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse verzögert sich wegen einer Computerpanne.

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Bei der Parlamentswahl in der Schweiz am Sonntag haben kleine Parteien deutlich zugelegt.

Video: Reuters
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Die offiziellen Endergebnisse der Parlamentswahlen in der Schweiz lassen wegen einer Computerpanne im Kanton Waadt länger auf sich warten als geplant. Ursprünglich sollten die Ergebnisse bereits in der Nacht zum Montag bekanntgegeben werden.

Dennoch scheinen die Schweizer ihre Großparteinen in die Schranken gewiesen zu haben: Die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) verfehlte ihr 30-Prozent-Ziel deutlich. Hochrechnungen des Schweizer Rundfunks (SRG) in der Nacht auf Montag sahen die SVP bei 25,3 Prozent der Stimmen, um 3,6 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren.

Wahlgewinner waren hingegen die 2007 von der SVP abgespaltene moderatere Partei Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) und die neue, für den Atomausstieg eintretenden Umweltpartei der Grünliberalen (GLP). Die Newcomer-Parteien stoppten damit erstmals seit Jahren die Erfolgswelle der SVP, die 30 Prozent als Wahlziel ausgegeben hatte.

Trotz der Verluste bleibt die SVP mit 55 Sitzen stärkste Partei. Sie verliert sieben Sitze im Nationalrat. Zweitstärkste Partei wird weiterhin die sozialdemokratische SP sein, die 1,9 Prozentpunkte verlor und noch auf 17,6 Prozent der Stimmen kam. Bei der Sitzverteilung erhält sie allerdings mit 44 ein Mandat mehr als zuvor.

Die Liberalen der FDP kommen der Hochrechnung zufolge auf 31 Sitze, vier weniger als bisher. Ihr Wähleranteil sank von 17,7 auf 14,7 Prozent. Auch die Christdemokratische Volkspartei CVP musste Federn lassen. Sie kommt nur noch auf 28 Sitze, drei weniger als bisher.

Grüne als Verlierer

Der größte Verlierer der Abstimmung sind laut der Hochrechnung die Grünen, die sieben ihrer bisher 20 Sitze abgeben müssen. Ihr Stimmenanteil sank von 9,6 auf 8,0 Prozent. Eine Überraschung lieferte hingegen die neue Umweltpartei GLP. Sie kam laut SRG-Hochrechnung auf 5,3 Prozent der Stimmen und erhält damit zwölf Parlamentssitze.

Erstmals bei einer landesweiten Wahl auf dem Prüfstand eroberte die BDP neun Mandate. Zuvor hatte sie fünf Sitze gehalten, vier der Mandatsträger waren allerdings noch als SVP-Kandidaten gewählt worden.

Die SVP hatte die Einwanderungspolitik im Alpenstaat zum Hauptwahlkampfthema erhoben und damit in Umfragen bei bis zu 30 Prozent Stimmenanteil gelegen. In ihrer Wahlwerbung ging die Partei auf Ängste vor Einwanderern ein. „Masseneinwanderung stoppen!“ lautete die Überschrift eines Wahlwerbeplakates der SVP, auf dem schwarze bestiefelte Menschen über eine Schweizer Flagge gehen.