UN-Tribunal

Leistenbruch verzögert Mladic-Prozess in Den Haag

Der ehemalige Serbenführer Ratko Mladic muss sich einer Operation unterziehen. Einen Termin für den Eingriff soll es aber erst später geben.

Foto: REUTERS

Der frühere bosnische Serbenführer Ratko Mladic muss sich einer Leistenbruch-Operation unterziehen. Das sagte sein Anwalt Milos Saljic in Belgrad. Der Termin für den Eingriff steht seinen Angaben zufolge aber noch nicht fest. "Er sollte operiert werden, aber das wurde bis zum Ende der Sommerpause" des UN-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien verschoben, wie Saljic erklärte.

Das UN-Tribunal wollte sich nicht zu dem Fall äußern. "Wir äußern uns nicht zur Gesundheit unserer Häftlinge", sagte Gerichtssprecherin Nerma Jelacic. Diese erhielten jedoch "bestmögliche medizinische Versorgung und Behandlung". Das gelte auch für Mladic.

Mladic war Ende Mai nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien gefasst und an das UN-Gericht überstellt worden. Dem bosnisch-serbischen Ex-General werden in elf Punkten Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs der Jahre 1992 bis 1995 vorgeworfen.

Er wird vor allem für das Massaker von Srebrenica im letzten Kriegsjahr verantwortlich gemacht, bei dem rund 8000 muslimische Männer und Jungen von den serbischen Truppen ermordet wurden.

Bei seinem ersten Auftritt vor dem UN-Tribunal in Den Haag hatte der 69-Jährige sich selbst als "schwer kranken Mann" bezeichnet. Nach Angaben seines Anwalts soll er vor zwei Jahren wegen Lymphdrüsenkrebs behandelt worden sein und zudem in der Vergangenheit mehrere Schlaganfälle erlitten haben.