Sarajevo

Mutmaßlicher Islamist schießt auf US-Botschaft

In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo hat ein Mann mit einer Kalaschnikow die US-Botschaft beschossen. Der mutmaßliche Islamist ist möglicherweise tot.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Ein mutmaßlicher islamischer Fundamentalist hat am Freitagnachmittag die US-Botschaft in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo angegriffen. Der Mann habe Schüsse aus einer automatischen Waffe abgegeben, sagte ein Polizeisprecher dem staatlichen Fernsehsender BHT. Der muslimische Vertreter im dreiköpfigen bosnischen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, sprach von einem „terroristischen Akt“.

Sicherheitskräfte hätten den Schützen verwundet und festgenommen, sagte der Polizeisprecher. Der Mann sei vor Ort medizinisch versorgt worden und anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Der staatliche Rundfunk hatte zuvor berichtet, ein Scharfschütze habe den Mann erschossen.

Ein Komplize wurde danach verletzt festgenommen, nach zwei weiteren werde gefahndet.

Bei dem Attentäter soll es sich um Mevlid Jasarevic aus der südserbischen Stadt Novi Pazar handeln, berichtete der serbische Innenminister Ivica Dacic nach Angaben der Nachrichtenagentur Tanjug.

Der 23-Jährige gehöre zu einer Gruppe radikaler Islamisten und sei Ende 2010 vor einem Besuch westlicher Botschafter aus Belgrad in Novi Pazar festgenommen worden, meldete das serbische Staatsfernsehen RTS. Nach unbestätigten Berichten soll er bei seinem Angriff auf die US-Botschaft „Allahu akbar“ gerufen haben, berichteten die Medien unter Berufung auf Augenzeugen.

Menschen gerieten in Panik

Im Zentrum von Sarajevo gerieten die Menschen nach der Schießerei zwischen dem Angreifer und Sicherheitskräften in Panik. Der Stadtbezirk, in dem die US-Botschaft liegt, wurde weiträumig abgesperrt. Spezialeinheiten der Polizei waren wenige Minuten nach den ersten Schüssen auf das Botschaftsgebäude am Einsatzort. Nach offiziellen Angaben wurden weder Diplomaten noch Ortskräfte der Botschaft verletzt.

Die Behörden hüllten sich zunächst über die Hintergründe des Angriffs in Schweigen. Zwar gelten die USA als enger Verbündeter von Bosnien-Herzegowina. Auf der anderen Seite ist im Land seit Jahren eine schleichende Durchdringung des täglichen Lebens von der islamischen Religion zu beobachten. Im ganzen Land sind viele Dutzend neue Moscheen entstanden.

Allerdings soll der Angreifer aus Südserbien stammen, wo es ebenfalls fundamentalistische islamische Gruppen gibt, die sich von Zeit zu Zeit zu Wort melden.