Militärübung

Südkorea provoziert den Norden mit Artilleriemanöver

Der Norden hat nervös auf die südkoreanische Militärübung reagiert. Explosionen erschütterten die Halbinsel Yeonpyeong.

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Die Regierung in Seoul wollte trotz der Kriegsandrohung Nordkoreas mit angekündigten Militärmanövern beginnen.

Video: Reuters
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Ungeachtet massiver Drohungen Nordkoreas haben die südkoreanischen Streitkräfte neue Schießübungen nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer durchgeführt. Die Übungen von der grenznahen Insel Yonpyong seien nach etwa eineinhalb Stunden kurz nach 16.00 Uhr (8.00 Uhr MEZ) beendet worden, sagte ein Sprecher des Generalstabs in Seoul. Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet.

Der Süden ließ nach Angaben des Verteidigungsministeriums Kampfflugzeuge nach Beginn der Übung aufsteigen. Ziel sei es, einen möglichen nordkoreanischen Angriff abzuwehren. Die Maschinen würden während des Manövers über Südkorea fliegen, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums.

Zuvor hatte Südkorea die Bewohner mehrerer Inseln im Grenzgebiet aufgefordert, sich in Schutzräume zu begeben. Die Übung solle etwa zwei Stunden dauern, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Nordkorea hatte den Süden bereits kürzlich vor einem Manöver mit scharfer Munition in den umstrittenen Gewässern und einer sich daraus ergebenden „Katastrophe“ gewarnt. „Intensität und Umfang“ eines potenziellen Gegenschlags würden schlimmer ausfallen, als bei dem Angriff auf Yeonpyeong vor einem Monat, teilte Nordkorea jüngst mit.

Durch ein vergleichbares Manöver hatten sich die nordkoreanischen Streitkräfte am 23. November offenbar provoziert gefühlt und die Insel mit Granaten beschossen. Dabei waren vier Menschen ums Leben gekommen.

Derweil konnte sich der UN-Sicherheitsrat in New York nicht auf eine gemeinsamen Korea-Resolution einigen. Der Rat war in New York wegen der wachsenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen.

Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice sagte, die USA und andere Ratsmitglieder hätten eine Verurteilung Nordkoreas für zwei tödliche Angriffe in diesem Jahr gefordert. Doch China habe sich dem strikt widersetzt, berichteten Diplomaten.

Bewohner, Beamte und Journalisten seien auf Yeonpyeong sowie vier weiteren Inseln aufgefordert worden, sich in Anbetracht eines möglichen Angriffs Nordkoreas in unterirdische Schutzräume zu begeben, sagte der Sprecher der Bezirksregierung von Ongjin, Won Ji-young. Auf Yeonpyeong befänden sich derzeit 150 Personen, sagte Won am Montag.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass Nordkorea die militärische Bereitschaft seiner Artillerie entlang der Westküste erhöht habe. Die Agentur zitierte einen Vertreter der südkoreanischen Regierung mit der Aussage, dass einige nordkoreanische Kampfflugzeuge, die sich zuvor in einem Hangar befanden, diesen mittlerweile verlassen hätten.

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